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Ausstellung zeigt überdimensionale Alltagsobjekte zwischen Bühne und Skulptur
Die Ausstellung „Die verlassene Bühne“ widmet sich dem Werk der Künstlerin Ingrid Honneth, die in Bad Soden lebt und seit vielen Jahren eine eigenständige künstlerische Position entwickelt hat. Im Mittelpunkt stehen Objekte, die auf den ersten Blick unscheinbar und alltäglich wirken, durch ihre Vergrößerung jedoch eine neue, oft irritierende Präsenz entfalten.
Kunst des Unscheinbaren
Ingrid Honneth beschäftigt sich mit scheinbar banalen Gegenständen des Alltags und überführt sie in überdimensionale Formen. Durch diese Verfremdung verlieren die Objekte ihre ursprüngliche Funktion und werden zu eigenständigen Ausdrucksträgern. Sie treten dicht an die Betrachtenden heran, wirken zugleich fantastisch und bedrohlich und eröffnen neue Perspektiven auf Verdinglichung und Entfremdung in der Gesellschaft.
Zwischen Theater und Bildhauerei
Geprägt ist Honneths künstlerischer Ansatz durch ihr Studium der Theaterwissenschaften in Berlin sowie durch ihre langjährige Tätigkeit als Bühnenausstatterin. Ausgehend von Erfahrungen am Avantgarde-Theater TAT in Frankfurt am Main und zahlreichen europäischen Inszenierungen entwickelte sie ab 1988 eine eigene ästhetische Handschrift. Ihre Objektkonstellationen fungieren dabei als Bühne, auf der gesellschaftliche Prozesse sichtbar werden.
Materialien und künstlerischer Hintergrund
Honneth arbeitet mit unterschiedlichsten Materialien wie Bronze, Pappe, Stoff oder Wolle, die teilweise mit Acrylfarbe übermalt werden. Die bewusste Materialwahl verstärkt den Spannungsbogen zwischen Alltäglichkeit und künstlerischer Transformation. Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit war Ingrid Honneth Mitbegründerin der Frankfurter Underground-Galerie „Die Gehängten“ und initiierte 2015 gemeinsam mit Dr. Andreas Honneth den „Taunus Art Club“, der sich der Vermittlung von Kunst, Literatur und Philosophie widmet.
Einführung ins Werk
Eine inhaltliche Einführung in das Werk von Ingrid Honneth gibt Claudia Knöpfel, M.A., die den künstlerischen Ansatz und die thematischen Bezüge der Ausstellung einordnet.
Die Ausstellung „Ingrid Honneth: Die verlassene Bühne“ ist bis zum 24. April 2026 im Literaturhaus zu sehen.
(DARMSTADT – RED/KA)