WERBUNG
Kreis Bergstraße initiiert Netzwerk für mehr Cyberresilienz in der Verwaltung
Angesichts zunehmender Hackerangriffe auf kommunale Verwaltungen in Deutschland bündeln mehrere südhessische Landkreise ihre Kräfte, um sich künftig besser gegen Cyberangriffe zu wappnen. Auf Initiative des Kreis Bergstraße und von Landrat Christian Engelhardt kamen Vertreter verschiedener Kommunen zu einem ersten Arbeitstreffen zusammen. Ziel ist der Aufbau eines südhessischen Netzwerks zur Stärkung der Cyberresilienz in der öffentlichen Verwaltung.
Hintergrund sind zahlreiche erfolgreiche Angriffe auf kommunale IT-Systeme, die teils erhebliche Auswirkungen auf Verwaltungsabläufe und die Versorgung der Bevölkerung hatten. Das geplante Netzwerk soll es den beteiligten Verwaltungen ermöglichen, sich im Ernstfall gegenseitig zu unterstützen – insbesondere bei Cyberangriffen, die den IT-Betrieb lahmlegen.
Gegenseitige Unterstützung im Krisenfall
Im Mittelpunkt des ersten Treffens auf Arbeitsebene stand die Vorbereitung einer gemeinsamen Absichtserklärung sowie die Entwicklung tragfähiger Strukturen für den Krisenfall. Diskutiert wurde unter anderem, wie sich die Verwaltungen bei einem IT-Ausfall unterstützen können. Dazu zählen der Austausch von IT-Fachpersonal, technische Unterstützung aus der Ferne sowie die kurzfristige Bereitstellung von IT-Arbeitsplätzen, um zentrale Verwaltungsaufgaben weiterhin erfüllen zu können.
Die geplante Zusammenarbeit im Rahmen eines Pakts für Cyberresilienz soll sowohl präventive und organisatorische Maßnahmen als auch konkrete technische Unterstützung im Notfall umfassen. Nach Unterzeichnung der Absichtserklärung sollen die Details der Zusammenarbeit weiter ausgearbeitet und in einem gemeinsamen Vertragsentwurf festgehalten werden. Dieser soll anschließend den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Aufgrund der anstehenden Kommunalwahlen wird mit einer Entscheidung frühestens zur Jahresmitte gerechnet.
Einbindung des kommunalen IT-Dienstleisters
In die Überlegungen zum Aufbau des Netzwerks ist auch ekom21, der größte kommunale IT-Dienstleister in Hessen, eingebunden. Viele Verwaltungen sind in hohem Maße von dessen Dienstleistungen abhängig. Neben der Zusammenarbeit mit anderen IT-Dienstleistern des Landes soll daher auch die Kooperation der Kommunen untereinander gestärkt werden, um die Betriebsfähigkeit im Krisenfall abzusichern.
Mit dem geplanten Pakt für Cyberresilienz soll so eine verlässliche Struktur entstehen, die den Kommunen hilft, ihre Handlungsfähigkeit auch bei schweren IT-Störungen aufrechtzuerhalten.
(RED/KB)
Beitragsbild: Beim ersten Arbeitstreffen für den „Pakt für Cyberresilienz“ kamen die Vertreter der südhessischen Landkreise auf Einladung von Landrat Christian Engelhardt (Mitte 2.v.r.) zusammen. Foto: KB