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Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich am Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 28. Januar, die Teilnahme am Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) beschlossen. Zwischen dem Steinbrücker Teich und der Grube Prinz von Hessen soll auf einer Fläche von 247 Hektar im östlichen Stadtwald ein dauerhafter Naturwald entstehen. Die Nutzungsrechte werden an die Bundesrepublik Deutschland übertragen, die Stadt bleibt Eigentümerin der Flächen, verzichtet jedoch dauerhaft auf eine wirtschaftliche Nutzung.
Mit der Teilnahme am ANK-Programm entwickeln sich die ausgewählten Waldflächen künftig ohne forstliche Bewirtschaftung nach den eigenen Regeln der Natur. Ziel ist es, natürliche Waldprozesse zuzulassen und damit einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Förderung der Biodiversität zu leisten.
„Mit diesem Beschluss setzen wir das Ziel Leitbild Wald konsequent um und schaffen eines der größten zusammenhängenden Wildnisgebiete in Hessen“, erklärt Michael Kolmer. Unberührte Wälder seien nicht nur wichtige Rückzugsräume für seltene und bedrohte Arten, sondern auch leistungsfähige Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig erhöhten sie die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Dürren, Stürmen und Schädlingen.
Die ausgewählten Flächen wurden nach fachlichen Kriterien bestimmt. Neben dem Alter der Bestände spielten die Anbindung an bestehende Schutzgebiete sowie der Erhalt zentraler Erholungswege eine wichtige Rolle. Das Vorhaben wurde im Vorfeld im Expertengremium sowie am Runden Tisch Wald beraten und fand breite Zustimmung.
Durch die Teilnahme am Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz erhält die Wissenschaftsstadt Darmstadt einmalige Einnahmen in Höhe von rund fünf bis sechs Millionen Euro. Diese Mittel fließen in den Investitionshaushalt und sollen zweckgebunden für Projekte der Umweltbildung, der Naherholung sowie für Maßnahmen zur Besucherlenkung im Stadtwald eingesetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem Informationsangebote und punktuelle Erholungseinrichtungen, die Naturerleben und Wissensvermittlung miteinander verbinden.
Mit dem neuen Naturwald entsteht damit nicht nur ein langfristig geschützter Raum für Tiere und Pflanzen, sondern auch ein Ort für Forschung, Umweltbildung und naturnahe Erholung in unmittelbarer Nähe zur Stadt.
(DARMSTADT – RED/PSD/dk)