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„Mann aus der Enge heraustretend II“ erhält neuen Standort an der Erich-Ollenhauer-Promenade
Mit der Skulptur „Mann aus der Enge heraustretend II“ ist ein bedeutendes Werk des Bildhauers Waldemar Otto in den öffentlichen Raum der Wissenschaftsstadt Darmstadt zurückgekehrt. Die rund drei Meter hohe Bronzeplastik wurde auf einer Grünfläche an der Erich-Ollenhauer-Promenade westlich der Pützerstraße aufgestellt und ergänzt dort künftig das Ensemble figürlicher Kunst im Stadtraum. Am Freitag, 6. Februar 2026, erfolgte die offizielle Übergabe im Beisein von Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz sowie Angehörigen des Künstlers.
„Die Rückkehr dieser Skulptur in den öffentlichen Raum würdigt nicht nur einen bedeutenden Künstler, sondern auch seine enge Verbindung zur Wissenschaftsstadt Darmstadt“, erklärte Oberbürgermeister Benz. Das Werk stehe sinnbildlich für Aufbruch, menschliche Entwicklung und die Kraft der Kunst im urbanen Raum. Die Skulptur wurde so positioniert, dass die Blickrichtung der Figur in Richtung der UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe Darmstadt weist.
Bedeutendes Werk der Darmstädter Kunstgeschichte
Die zwischen 1971 und 1972 entstandene Skulptur misst 300 x 165 x 69 Zentimeter. Zwischen zwei schräg positionierten, etwa drei Meter hohen Stahlwänden erscheint eine überlebensgroße menschliche Gestalt. Die Hände ragen aus den Wandflächen hervor, als wolle sich die Figur aus einem begrenzenden Raum befreien. Durch die schräg zueinander stehenden Wände entsteht eine bedrängende räumliche Tiefe.
Waldemar Otto, seit 1973 Mitglied der Darmstädter Sezession, schuf das Werk in vier leicht variierenden Exemplaren. Es gehört zur Werkreihe „Figuren zwischen Wänden“, in der das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Raum sowie zwischen Einzelperson und gesellschaftlichem Gefüge thematisiert wird.
Dr. Philipp Gutbrod, Kulturreferent der Wissenschaftsstadt Darmstadt und Direktor des Institut Mathildenhöhe Darmstadt, bezeichnete die Plastik als wichtiges Zeugnis der Darmstädter Kunstgeschichte. Mit der Wiederaufstellung werde das Programm figürlicher Kunst von der Innenstadt über die Erich-Ollenhauer-Promenade und die Mathildenhöhe bis zur Rosenhöhe ergänzt.
Rückkehr aus dem Depot
Nach einer Ausstellung 1979 in der Kunsthalle Darmstadt war die Skulptur als Geschenk des Künstlers vor dem Gebäude aufgestellt worden. Später wurde sie abgebaut und in Untergeschossräumen eingelagert. Durch das Engagement von Annemarie Pötzelberger sowie Horst Dieter Bürkle wurde die erneute Aufstellung im öffentlichen Raum vorangetrieben.
Nach Abstimmung mit der städtischen Kunstkommission übereignete die Kunsthalle Darmstadt beziehungsweise der Kunstverein Darmstadt e.V. das Werk an die Städtische Kunstsammlung. Vor der Wiederaufstellung wurde die Skulptur vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt untersucht und restauriert. Die Restaurierung übernahm Diplom-Restaurator Götz M. Bormuth in Abstimmung mit Restauratorin Gitta Hamm.
Die Kosten für Restaurierung und Aufstellung belaufen sich auf rund 25.000 Euro. Davon wurden 15.600 Euro von der Sparkasse Darmstadt getragen.
(DARMSTADT – RED/PSD/dk/stip)
Beitragsbild: Wissenschaftsstadt Darmstadt