WERBUNG
Stadtwerke Groß-Gerau setzen auf geschlossene Bauweise
In Wallerstädten sanieren die Stadtwerke Groß-Gerau derzeit den Kanal in der Straße Am Schlag – von der Kirche bis zum Ortsausgang Richtung Geinsheim. Die Arbeiten erfolgen in geschlossener Bauweise, sodass die Fahrbahndecke nicht geöffnet werden muss.
„Mit geschlossenen Sanierungen sparen wir Kosten, und es geht wesentlich schneller“, erklärt Jasmin Werner, Teamleiterin Stadtentwässerung. Besonders in Hauptverkehrsbereichen werde diese Methode bevorzugt.
Schlauchlining statt aufgerissener Straße
Beim sogenannten Schlauchlining werden bestehende Kanalrohre mit einem harzgetränkten, glasfaserverstärkten Kunststoffschlauch ausgekleidet. Zunächst wird der Kanal gespült, anschließend der mehrere Tonnen schwere Schlauch durch das Rohr gezogen. In einem 125 Meter langen Abschnitt wiegt er 3,1 Tonnen.
Nach dem Einziehen wird der Schlauch mit Druckluft aufgeblasen. In diesem Bereich handelt es sich um DN700-Rohre mit einem Innendurchmesser von 70 Zentimetern. Eine 2000 Watt starke UV-Lichtquelle sorgt dafür, dass das Material aushärtet. Zum Abschluss werden die Hausanschlüsse mithilfe eines Fräsroboters wieder geöffnet.
Investition von rund 500.000 Euro
Insgesamt werden in Wallerstädten rund 800 Meter Kanal instandgesetzt. Auf etwa 400 Metern kommt das Schlauchlining-Verfahren zum Einsatz, weitere 400 Meter werden repariert. Die Kosten belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Bereits im Herbst 2024 waren im Ortsteil 590 Meter Kanal erneuert worden.
Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Ende März sollen auch die Nacharbeiten abgeschlossen sein. Vorübergehende Einschränkungen für Anliegende – etwa ein reduzierter Wasserverbrauch während einzelner Arbeitsschritte – dauerten jeweils nicht länger als einen Tag.
152 Kilometer Kanalnetz in Groß-Gerau
Das Kanalnetz der Stadt Groß-Gerau ist rund 152 Kilometer lang – 109 Kilometer im Innenstadtbereich und 43 Kilometer in den Stadtteilen. Hinzu kommen etwa 5000 Schächte sowie rund 30 Bauwerke wie Pumpwerke oder Regenrückhaltebecken.
Da das Gefälle im Ried durchschnittlich nur 0,3 Prozent beträgt, stellt der Betrieb besondere Anforderungen. Um Dichtheit, Stand- und Betriebssicherheit zu gewährleisten, wird das Netz regelmäßig per Kamerabefahrung kontrolliert. Im Schnitt werden jährlich etwa elf Kilometer überprüft.
Auf Basis dieser Untersuchungen erstellen die Stadtwerke eine Prioritätenliste für notwendige Sanierungen. Für Unterhalt und Erneuerung des Netzes investieren sie pro Jahr rund zwei Millionen Euro.
(GROSS-GERAU – RED/PSGG)
Beitragsbild: Über den Kanalschacht wird in Groß-Gerau/Wallerstädten die Spezialfolie in den Kanal eingelassen. Sie wird in weiteren Schritten aufgeblasen und dann mit UV-Licht ausgehärtet, sodass im bestehenden Kanalrohr ein neues entsteht. Foto: Kreisstadt Groß-Gerau/Jörg Monzheimer