Hilfsorganisationen kritisieren geplanten Bundeshaushalt 2027
Die Hilfsorganisation ADRA Deutschland e.V. warnt gemeinsam mit rund 150 Nichtregierungsorganisationen vor geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2027. Hintergrund sind die am 29. April vorgestellten Eckwerte, die Einschnitte in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe vorsehen.
Petition gegen Sparpolitik gestartet
Mit der Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“ fordern die Organisationen die Bundesregierung auf, die Kürzungen zu stoppen und stattdessen stärker in globale Hilfsmaßnahmen zu investieren. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Dachverband VENRO.
Zu den zentralen Forderungen gehören:
- mindestens 11,2 Milliarden Euro für das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit
- mindestens 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe
Erfolge der Entwicklungsarbeit in Gefahr
Nach Angaben von ADRA seien bereits seit 2022 erhebliche Kürzungen vorgenommen worden. Die Organisation warnt, dass dadurch wichtige Fortschritte gefährdet seien.
Dazu zählen unter anderem sinkende Kinder- und Müttersterblichkeit, Fortschritte bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Polio oder Malaria sowie ein verbesserter Zugang zu Bildung weltweit.
Mögliche Folgen der Einschnitte
Die beteiligten Organisationen sehen in den geplanten Kürzungen einen Rückzug Deutschlands aus internationaler Verantwortung. Prognosen zufolge könnten bis 2030 Millionen zusätzliche Todesfälle drohen, wenn Mittel weiter reduziert werden.
Besonders betroffen seien laut ADRA vulnerable Gruppen wie Frauen, Mädchen und queere Menschen.
Aufruf zur Unterstützung
Mit der Petition soll politischer Druck aufgebaut werden. Bürgerinnen und Bürger können die Initiative online unterstützen.
(DARMSTADT – RED/ADRA)
Beitragsbild: Verteilung von Hilfsgütern im Libanon. FOTO: ADRA Libanon
