Stadt sieht derzeit kaum Spielraum für kurzfristige Maßnahmen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich weiterhin für einen besseren Lärmschutz entlang der Autobahn A5 ein. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Stadt hervor, die auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2023 zurückgeht. Besonders betroffen sind nach Angaben der Stadt die Heimstättensiedlung, die Waldkolonie und Teile Eberstadts.
In den vergangenen Monaten führte die Stadt dazu Gespräche mit zuständigen Stellen auf Landes- und Bundesebene. Im Anschluss ließ die Autobahn GmbH des Bundes die Lärmbelastung entlang der A5 im Bereich der Heimstättensiedlung umfassend untersuchen.
Richtwerte werden nach Berechnungen eingehalten
Die Auswertung ergab, dass die geltenden Lärmgrenzwerte sowohl tagsüber als auch nachts eingehalten werden. Nach Einschätzung der Autobahn GmbH besteht deshalb derzeit keine rechtliche Grundlage für Maßnahmen wie Tempolimits aus Gründen des Lärmschutzes.
Auch das Hessische Wirtschaftsministerium bestätigte die Ergebnisse der Berechnungen. Aufgrund der größeren Entfernung zur Autobahn werden laut den Untersuchungen auch in der Waldkolonie und in Eberstadt keine Überschreitungen der maßgeblichen Richtwerte erwartet.
Weitere Faktoren wie Windrichtung oder Veränderungen des Waldzustands wurden im Hinblick auf mögliche Temporeduzierungen als nicht entscheidungsrelevant eingestuft.
Aufnahme in Bundesprogramm angestrebt
Als mögliche Option für zusätzlichen Schutz wurde die Aufnahme der betroffenen A5-Abschnitte in das freiwillige Lärmsanierungsprogramm des Bundes geprüft.
Über dieses Programm können unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen wie Lärmschutzwände, lärmmindernde Fahrbahnbeläge oder ergänzende Schutzmaßnahmen an Gebäuden finanziert werden.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich deshalb bei der Autobahn GmbH dafür eingesetzt, die Bereiche Heimstättensiedlung, Waldkolonie und Eberstadt in das Programm aufzunehmen.
Umsetzung derzeit offen
Nach Angaben der Autobahn GmbH erfolgt die Umsetzung möglicher Lärmschutzmaßnahmen allerdings nach einer bundesweiten Prioritätenliste. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Zahl der Betroffenen, die Höhe der Belastung sowie verfügbare finanzielle und personelle Ressourcen.
Ob und wann konkrete Maßnahmen entlang der A5 im Darmstädter Stadtgebiet umgesetzt werden können, ist daher derzeit offen.
Stadt will sich weiter einsetzen
Umweltdezernent Michael Kolmer bezeichnet die aktuelle Situation aus Sicht des Gesundheits- und Lärmschutzes als unbefriedigend. Gleichzeitig seien die Handlungsmöglichkeiten der Stadt derzeit weitgehend ausgeschöpft.
Die Wissenschaftsstadt wolle sich dennoch weiterhin für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen entlang der A5 einsetzen und mögliche gesetzliche Änderungen nutzen, um Verbesserungen für die betroffenen Stadtteile zu erreichen.
(DARMSTADT – RED/PSD/dk/stip)
