Magistrat beschließt Qualifizierten Mietspiegel – Durchschnittsmiete liegt nun bei 11,81 Euro pro Quadratmeter
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat den neuen Qualifizierten Mietspiegel 2026 beschlossen. Die vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) ermittelten Daten zeigen, dass die durchschnittliche Nettokaltmiete in Darmstadt weiter gestiegen ist, allerdings deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren.
Lag die durchschnittliche Miete im Jahr 2022 noch bei 10,44 Euro pro Quadratmeter, erhöhte sie sich nach der Fortschreibung 2024 auf 11,72 Euro. Mit dem neuen Qualifizierten Mietspiegel 2026 liegt die Durchschnittsmiete nun bei 11,81 Euro pro Quadratmeter.
Mietspiegel als wichtiges Instrument
„Darmstadt ist seit Jahren eine sehr attraktive, dynamische Stadt im Rhein-Main-Gebiet, was sich durch den Zuzug von Familien, Studierenden oder Einzelhaushalten am Wohnungsmarkt bemerkbar macht“, erklärt Bürgermeisterin Barbara Akdeniz.
Die vergleichsweise geringe Steigerung gegenüber 2024 wertet Akdeniz als Bestätigung dafür, dass weiterhin zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden müsse. Die Bereitstellung und der Erhalt preisgünstiger Wohnungen seien zentrale Ziele des wohnungspolitischen Konzepts der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Der Mietspiegel dient als Grundlage für die Berechnung von Mieterhöhungen in bestehenden Mietverhältnissen und spielt zudem bei der Kontrolle der Mietpreisbremse eine wichtige Rolle.
Hinweise auf mögliche Verstöße gegen die Mietpreisbremse
Bei der Auswertung der Mieterbefragungen wurden laut Stadtverwaltung vermehrt Verdachtsfälle festgestellt, die auf mögliche Verstöße gegen die Mietpreisbremse oder gegen das Wirtschaftsstrafgesetz wegen Mietüberhöhung hindeuten könnten.
Diese Mieten fließen derzeit noch in die Berechnung des Mietspiegels ein. Nach Angaben der Stadt fehlen bislang jedoch eindeutige gesetzliche Regelungen, um entsprechende Verdachtsfälle rechtssicher aus der wissenschaftlichen Auswertung herauszurechnen.
Akdeniz kritisiert diese Situation und kündigt an, die Erkenntnisse aus Darmstadt an die Bundespolitik weiterzugeben. Dort werde derzeit über mögliche Änderungen im Mietrecht diskutiert.
Unterschiedliche Bewertungen von Mieterbund und Haus & Grund
Dr. Kyra Seidenberg vom Mieterbund Darmstadt Region Südhessen e.V. bezeichnet den Mietspiegel als unverzichtbares Schutzinstrument für Mieterinnen und Mieter. Gleichzeitig kritisiert sie, dass die gesetzlichen Berechnungsgrundlagen vor allem teure Neuvermietungen berücksichtigen und dadurch die allgemeine Mietentwicklung weiter nach oben treiben könnten.
Eine andere Sicht vertritt Thomas Bellmer von Haus & Grund Darmstadt e.V.. Er betont die Bedeutung von Mieterhöhungen für den Erhalt und die Modernisierung des Wohnungsbestands. Die Wohnraumknappheit sei vor allem eine Folge zunehmender Regulierung und fehlender Investitionsanreize.
Breite Beteiligung bei der Erstellung
An der Erstellung des neuen Qualifizierten Mietspiegels waren Vertreterinnen und Vertreter des Mieterbundes Darmstadt Region Südhessen, von Haus & Grund Darmstadt, des Amtsgerichts Darmstadt, des Gutachterausschusses für Immobilienwerte, der bauverein AG, des Amts für Wohnungswesen sowie Bürgermeisterin Barbara Akdeniz beteiligt.
Die Stadt bedankt sich zudem bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Befragung beteiligt haben. Nach Angaben der Verwaltung leisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen wichtigen Beitrag dazu, den Darmstädter Wohnungsmarkt transparent abzubilden und eine sachgerechte Grundlage für Mietanpassungen zu schaffen.
Mietspiegel online abrufbar
Der neue Qualifizierte Mietspiegel 2026 steht ab sofort auf der Internetseite der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Verfügung. Dort wird auch eine Online-Mietspiegelberechnung angeboten.
Informationen und Beratung erhalten Interessierte beim Amt für Wohnungswesen in der Frankfurter Straße 71. Zudem kann ein gedrucktes Exemplar gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro bestellt werden. Inhaber einer Teilhabekarte erhalten die Broschüre kostenfrei.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)
