Verein Bürgerpark Basketball verbindet Sport, Gemeinschaft und Jugendförderung in Darmstadt
Mit offenen Sportangeboten, ehrenamtlichem Engagement und einer klaren Vision für öffentliche Räume schafft Bürgerpark Basketball Gemeinschaft weit über den Sport hinaus.
Was als Engagement für den Basketballsport begann, hat sich längst zu einem Projekt mit gesellschaftlicher Strahlkraft entwickelt. Der Verein Bürgerpark Basketball setzt sich für die Weiterentwicklung des Basketballstandorts im Darmstädter Bürgerpark ein und verbindet Sport mit Jugendförderung, Integration und Gemeinschaft. Mit neuen Korbanlagen, einer öffentlichen Flutlichtanlage, Veranstaltungen wie dem Night-Hoops-Turnier und zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen engagiert sich der Verein für einen offenen Begegnungsort für alle. Über die Bedeutung des Bürgerparks, die besondere Kultur des Streetballs und die Unterstützung durch Merck spricht Adam Rieble von Bürgerpark Basketball im Interview.
Die Initiative Bürgerpark Basketball hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der Darmstädter Basketball- und Streetball-Szene entwickelt. Welche Bedeutung hat das Projekt heute für junge Menschen und die Gemeinschaft im Bürgerpark?
Der Bürgerpark ist für viele junge Menschen weit mehr als nur ein Basketballplatz. Er ist ein Ort, an den man ohne Anmeldung, Mitgliedsbeitrag oder große Hürden kommen kann. Man trifft Menschen, spielt gemeinsam, schaut zu und kommt ins Gespräch. Genau das macht diesen Ort so besonders.
Für viele ist der Bürgerpark ein sozialer Treffpunkt, teilweise sogar ein zweites Zuhause. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und sozialer Hintergründe. Junge Menschen finden einen Raum, in dem sie sich frei bewegen und Teil einer Gemeinschaft werden können. Unsere Arbeit hat dazu beigetragen, dass der Bürgerpark wieder stärker als öffentlicher Begegnungsraum wahrgenommen wird. Mit Veranstaltungen, neuen Korbanlagen, der Flutlichtanlage und unserem Engagement für die weitere Entwicklung des Platzes zeigen wir, welches Potenzial in diesem Ort steckt.
Was unterscheidet Bürgerpark Basketball aus Ihrer Sicht von klassischen Sportvereinen oder Basketballangeboten in Darmstadt und der Region?
Der größte Unterschied ist die Niedrigschwelligkeit. In klassischen Vereinen gibt es feste Trainingszeiten, Mitgliedschaften und häufig einen Leistungs- oder Wettbewerbsanspruch. Das hat seinen Wert, doch Streetball funktioniert anders.
Im Bürgerpark kann jeder einfach vorbeikommen und mitspielen. Man findet spontan Mitspieler und Teams, unabhängig von Herkunft, Alter oder Leistungsniveau. Diese Offenheit ist der Kern unserer Arbeit.
Ein besonderer Schwerpunkt ist unser Night-Hoops-Event, das größte Streetball-Turnier und Festival seiner Art in Deutschland. Mit rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sowie 128 Spielerinnen und Spielern zeigt die Veranstaltung, worum es uns geht: Basketball, aber auch Musik, Kunst, Kultur und Gemeinschaft. Mit dabei sind regelmäßig bekannte Persönlichkeiten wie Basketball-Weltmeister Leon Fertig, der selbst im Bürgerpark mit dem Basketballspielen begonnen hat.
Wir verstehen uns dabei nicht als Konkurrenz zu Vereinen, sondern als Ergänzung. Wir schaffen offene Räume für Menschen, die sich vielleicht in klassischen Vereinsstrukturen nicht wiederfinden.
Ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit liegt auf offenen und niedrigschwelligen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Warum ist es Ihnen wichtig, Sport und Gemeinschaft möglichst vielen jungen Menschen zugänglich zu machen?
Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie einfach sein können – ohne Konsumzwang, Eintrittsgelder oder Mitgliedschaften. Öffentliche Sportplätze wie der Bürgerpark bieten genau diese Freiheit.
Sport ist dabei oft nur der Einstieg. Es geht um Gemeinschaft, Respekt, Selbstvertrauen und Zugehörigkeit. Wer gemeinsam spielt, lernt automatisch Kommunikation, Verantwortung und den Umgang miteinander. Streetball eignet sich dafür besonders, weil er offen und unkompliziert funktioniert. Man braucht lediglich einen Ball, einen Korb und Menschen, die spielen möchten.
Unser Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen junge Menschen positive Erfahrungen machen können – unabhängig von ihrem sozialen oder finanziellen Hintergrund.
Sie engagieren sich nicht nur sportlich, sondern auch für die Weiterentwicklung der Basketballanlagen im Bürgerpark. Welche Vision verfolgen Sie für diesen Ort und welche Rolle spielt Streetball dabei für das soziale Miteinander in Darmstadt?
Unsere Vision ist es, den Bürgerpark zu einem bundesweit besonderen Ort für Streetball, Kultur und Gemeinschaft weiterzuentwickeln. Mit den neuen Korbanlagen und der Flutlichtanlage wurden bereits wichtige Schritte gemacht. Langfristig wünschen wir uns jedoch auch eine Sanierung des Bodens, eine künstlerische Gestaltung des Courts, Sitzmöglichkeiten und einen echten Community-Bereich.
Dabei geht es nicht nur um einen schöneren Sportplatz. Streetball verbindet Menschen, Musik, Kunst, Kultur und Begegnung auf eine sehr natürliche Weise. Der Bürgerpark soll ein Ort sein, an dem Menschen gerne zusammenkommen und sich austauschen.
Die Resonanz zeigt, dass dieser Ansatz funktioniert. Die Ankündigung der ersten öffentlichen Flutlichtanlage Deutschlands mit Präsenzsensorik erreichte in den sozialen Medien Hunderttausende Menschen. Inzwischen stehen wir mit Initiativen aus vielen deutschen Städten im Austausch. Das zeigt, dass der Bürgerpark weit über Darmstadt hinaus als Vorbild wahrgenommen wird.
Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Räume häufig kommerzialisiert oder vernachlässigt werden, zeigt der Bürgerpark, welchen gesellschaftlichen Wert frei zugängliche Infrastruktur haben kann.
Die Projekte von Bürgerpark Basketball werden unter anderem von Merck unterstützt. Welche Bedeutung hat dieses Engagement für Ihre Arbeit und die Umsetzung Ihrer Ideen?
Die Unterstützung durch Partner wie Merck ist für uns von großer Bedeutung. Viele unserer Projekte wären ohne externe Unterstützung kaum realisierbar. Wir arbeiten ehrenamtlich und gemeinnützig, gleichzeitig entstehen Kosten für Veranstaltungen, Infrastruktur, Technik, Sicherheit und Öffentlichkeitsarbeit.
Besonders bei unserem Night-Hoops-Event hilft uns diese Unterstützung dabei, ein kostenfreies und öffentlich zugängliches Sport- und Kulturangebot auf hohem Niveau anzubieten. Darüber hinaus schafft die Förderung auch Sichtbarkeit und Anerkennung für unsere Arbeit.
Langfristig wünschen wir uns jedoch noch mehr Unterstützung für die strukturelle Entwicklung des Standorts. Themen wie die Sanierung des Platzes, zusätzliche Infrastruktur oder Aufenthaltsbereiche lassen sich nicht allein über Eventförderungen umsetzen. Gerade öffentliche Orte wie der Bürgerpark schaffen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Mehrwert und verdienen aus unserer Sicht eine nachhaltige Förderung.
Geht die Zusammenarbeit mit Merck aus Ihrer Sicht über finanzielle Unterstützung hinaus – etwa im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für Jugendförderung, Integration und öffentliche Begegnungsräume in Darmstadt?
Ja, auf jeden Fall. Finanzielle Unterstützung ist wichtig, aber letztlich geht es um mehr. Es geht darum, gemeinsam Verantwortung für die Stadt zu übernehmen.
Der Bürgerpark zeigt, wie wichtig öffentliche Begegnungsräume für Jugend, Integration und Gemeinschaft sind. Wenn Unternehmen wie Merck solche Projekte unterstützen, setzen sie ein starkes Zeichen für gesellschaftliches Engagement vor Ort.
Für uns bedeutet eine Partnerschaft deshalb auch eine gemeinsame Haltung. Wir investieren in Räume, in denen Menschen zusammenkommen, sich bewegen, voneinander lernen und Teil einer offenen Stadtgesellschaft werden können. Genau dafür steht der Bürgerpark – und genau dafür setzen wir uns ein.
(Von Alexander Götz)
Alle Fotos in diesem Beitrag: @avm9tynine
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Doch das kostet Geld. Mitgliedsbeiträge reichen da nicht immer aus. In dieser Reihe stellen wir ausgewählte Darmstädter Vereine vor, die durch die Unterstützung von Merck gefördert werden – sei es im Sport, in der Kultur, im Gemeinwohl oder in der naturwissenschaftlichen Bildung.
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