Neue Lärmdaten zur verlagerten Abflugroute werden im September vorgestellt
Die neuesten Ergebnisse des Monitorings zur verlagerten Abflugroute CINDY S bestätigen nach Angaben des Forums Flughafen und Region die bereits im Vorfeld berechneten Prognosen. Die nun vorgestellten Fluglärmmessungen zeigen demnach insgesamt eine spürbare Entlastung für die betroffenen Menschen in der Region.
Präsentiert wurden die Ergebnisse am Donnerstag (18. Juni) im Rahmen eines Konvents des Forums Flughafen und Region. Untersucht wurden dabei Fluglärmmessungen in Messel, Egelsbach, Erzhausen, Weiterstadt, Wixhausen, Arheilgen und Kranichstein.
Deutliche Entlastung in Arheilgen
Für Arheilgen liegen inzwischen Messdaten über einen vollständigen dreimonatigen Vergleichszeitraum vor. Die Auswertung zeigt insbesondere bei schweren Interkontinentalflugzeugen eine deutliche Verringerung der maximalen Lärmpegel.
In Wixhausen konnte bislang erst ein Monat ausgewertet werden. Dort zeigt sich ein moderater Anstieg der Messwerte am nördlichen Ortsrand. Dieser war laut den Prognosen bereits erwartet worden. Gleichzeitig wurden am südlichen Ortsrand leichte Entlastungen festgestellt.
Stadt sieht Prognosen bestätigt
Darmstadts Umwelt- und Fluglärmdezernent Michael Kolmer sieht die bisherigen Annahmen bestätigt.
„Die aktuell vorliegenden Messwerte aus Wixhausen und Arheilgen zeigen, dass sich die mit der Routenverlagerung erwarteten Auswirkungen und die Entlastung in der Summe offensichtlich einstellen“, erklärt Kolmer.
Die Wissenschaftsstadt wolle nach Vorliegen aller Ergebnisse im September die zuständigen Gremien umfassend informieren und anschließend die politische Diskussion führen. Die Flugroutenverlagerung sei weiterhin ein Thema mit erheblichem Diskussionsbedarf im Darmstädter Norden.
Alternierende Nutzung keine Alternative
Im Rahmen des Konvents wurden zudem Berechnungen vorgestellt, die eine zeitlich wechselnde Nutzung der alten und neuen Flugroute untersuchten. Diese sogenannte alternierende Nutzung war als mögliche Alternative zur Verlagerung diskutiert worden.
Die Berechnungen kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die Gesamtbelastung durch Fluglärm in der Region dadurch wieder deutlich ansteigen würde. Aus Sicht der Stadt stellt dieses Modell daher keine sinnvolle Alternative dar.
Kolmer betont, dass die Stadt bei der Bewertung von Flugrouten grundsätzlich auf Fakten und belastbare Daten setzt. Die aktuellen Untersuchungen zeigten, dass eine wechselnde Belastung unterschiedlicher Stadtteile kaum vermittelbar wäre.
Monitoring läuft weiter
Der seit dem 10. Juli 2025 laufende Probebetrieb der verlagerten Route wird vorerst fortgesetzt. Nach Angaben des Bundesamts für Flugsicherung handelt es sich dabei nicht um einen offiziell befristeten Probebetrieb, da solche Befristungen für Flugverfahren gesetzlich nicht vorgesehen sind.
Vielmehr wird die Route im Rahmen eines besonderen Monitorings durch das Forum Flughafen und Region, die Deutsche Flugsicherung und die Fluglärmschutzbeauftragte des Landes Hessen begleitet.
Die vollständige Auswertung des Monitorings wird bei der Sitzung der Fluglärmkommission am 16. September 2026 vorgestellt. Dort sollen auch die Ergebnisse der derzeit laufenden Messungen in Kranichstein präsentiert werden.
Eine weitere Beratung ist für die Sitzung der Fluglärmkommission am 2. Dezember vorgesehen. Dann soll auch über eine Empfehlung zur künftigen Nutzung der Flugroute CINDY/SULUS S/F entschieden werden.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)
