Neubauprojekt in Darmstadt kommt voran – Abbruch der alten Brücke für Ende 2027 geplant
Die Planungen für den Neubau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt haben eine weitere wichtige Hürde genommen. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum hat dem dritten Änderungsantrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt zugestimmt. Damit verfügt das Großprojekt über eine rechtssichere Grundlage für die weitere Umsetzung.
Die Planung für den Ersatzneubau wurde während der Genehmigungsphase weiter konkretisiert. Seit Juni liegen die Vorplanung und die Statik für die neue Rheinstraßenbrücke vor. Zudem ergab das inzwischen abgeschlossene Baugrundgutachten, dass statt einer aufwendigeren Tiefgründung eine kostengünstigere Flachgründung möglich ist.
„Wir sind und bleiben auf einem guten Weg“, erklären Oberbürgermeister Hanno Benz und Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey. Auch wenn auf der Baustelle nicht täglich sichtbare Arbeiten stattfinden, laufe im Hintergrund vieles weiter – von vorbereitenden Maßnahmen am Baufeld und am Bauwerk über die Erfüllung von Denkmalauflagen bis hin zu Planungen und Ausschreibungen.
„Dem zuständigen Ministerium danken wir dafür, dass die neue Planung jetzt eine rechtssichere Grundlage hat“, so Benz und Wandrey.
Abbruch der alten Brücke Ende 2027 geplant
Eine Neuplanung der Brückenkonstruktion war notwendig geworden, weil die ursprüngliche Planung umfangreiche Sperrzeiten im Bahnverkehr erfordert hätte, denen die DB InfraGO nicht zugestimmt hatte. Auch weiterhin bleiben sogenannte Sperrpausen der Bahn eine zentrale Herausforderung.
Der bislang bestätigte Zeitraum vom 24. Dezember 2027 bis 10. Januar 2028 bleibt bestehen. In dieser Zeit soll die bestehende Rheinstraßenbrücke abgebrochen werden. Für 2028 ist eine weitere Sperrpause vorgesehen, in der vorbereitende Arbeiten für die neuen Widerlager erfolgen sollen.
Eine für Mai 2029 geplante und für den weiteren Bau benötigte Sperrpause wurde nach Angaben der Stadt jedoch von der Deutschen Bahn abgesagt. Mobilitätsdezernent Wandrey kündigt weitere Gespräche an: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die für den Brückenneubau zwingend erforderlichen Sperrpausen zu sichern. Die Rheinstraßenbrücke ist für Darmstadt ein zentrales Infrastrukturprojekt und darf nicht hinter anderen Vorhaben zurückstehen.“
Neue Brücke aus Cortenstahl geplant
Die neue Konstruktion soll das Projekt unabhängiger von Einschränkungen im Bahnverkehr machen. Vorgesehen ist nach aktuellem Planungsstand eine freigespannte Brücke aus wetterfestem Cortenstahl mit Bogenträgern. Dadurch kann auf Stützen oder Pfeiler im Bereich der Gleisanlagen verzichtet werden.
Derzeit wird geprüft, welche Brückenteile auf welcher Seite vorgefertigt und später montiert werden können. Die Vorplanung wird nun mit den beteiligten Behörden und Ämtern abgestimmt und zur Entwurfsplanung weiterentwickelt.
Mehr Platzbedarf während der Bauzeit
Durch die neue Konstruktion wird für das künftige Baufeld mehr Platz benötigt. Die Baustellenlogistik wird deshalb aktuell angepasst. Dabei werden auch Umleitungen für den Rad- und Fußverkehr sowie Rettungswege berücksichtigt.
Für Gewerbetreibende, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs werden während der Bauzeit weitere Einschränkungen entstehen. Ab Oktober 2027 ist zudem die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs vorgesehen.
Die Fahrmöglichkeit aus Richtung Süden über die Straße „Am Kavalleriesand“ in den Zweifalltorweg soll bis zum Beginn der Bauarbeiten im Herbst 2027 erhalten bleiben.
Oberbürgermeister Benz dankt dem Projektteam: „Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung gibt es unzählige Abhängigkeiten und Details, die es zu berücksichtigen gilt. Sich ändernde Umstände erfordern immer wieder Anpassungen der Planung – das ist eine große Aufgabe, die das Projektteam sehr gut bewältigt.“
Zeitplan für die Rheinstraßenbrücke
Nach aktuellem Stand sind folgende Meilensteine vorgesehen:
- Abbruch der bestehenden Brücke: Ende 2027
- Fertigstellung des Neubaus: 3./4. Quartal 2030
- Wiederaufnahme Straßenbahnbetrieb: 1. Quartal 2031
- Fertigstellung der Knotenpunkte: 1./2. Quartal 2031
- Rückbau des Einbahnstraßenrings: 2. Quartal 2031
Zu den nächsten Schritten gehören unter anderem die weitere Abbruchplanung, Untersuchungen zum Rückbau historischer Elemente der Bestandsbrücke, die Vergabe der Abbrucharbeiten sowie ab März 2027 der Rück- und Umbau der Oberleitungen der DB InfraGO.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)
