Vermutlich verteidigte ein Mäusebussard seinen Horst – Experten raten zur Vorsicht
Ein ungewöhnlicher Vorfall hat sich in der vergangenen Woche auf dem landwirtschaftlichen Weg zwischen Eschollbrücken und Crumstadt ereignet. Ein Spaziergänger berichtete, dass er dort wiederholt von einem Greifvogel angegriffen worden sei. Nach seiner Schilderung flog der Vogel mit lauten Warnrufen mehrfach auf ihn zu und näherte sich bis auf wenige Meter.
Nach Einschätzung von Fachleuten dürfte es sich dabei um einen Mäusebussard gehandelt haben. Die Tiere verteidigen während der Brutzeit ihren Horst und ihre Jungvögel mitunter sehr energisch gegen vermeintliche Eindringlinge.
Angriffe dienen dem Schutz der Jungen
Mäusebussarde zeigen dieses Verhalten vor allem, wenn sich Menschen ihrem Nest nähern. Die Angriffe wirken zwar bedrohlich, gelten aber als arttypisches Verteidigungsverhalten und sind in der Regel nicht gefährlich.
Wer in einen solchen Bereich gerät, sollte ruhig bleiben und den Ort möglichst zügig verlassen. Auch das Umkehren oder das Meiden des Weges für einige Tage kann sinnvoll sein.
Kopf schützen und Abstand halten
Falls ein Bussard wiederholt anfliegt, empfehlen Fachleute, den Kopf mit einem Rucksack, einem geschlossenen Regenschirm oder einem Stock zu schützen. Die Vögel orientieren sich meist am höchsten Punkt einer Person und greifen diesen an.
Da die Brutzeit der Mäusebussarde gegen Ende Juli ausläuft, dürfte sich die Situation in den kommenden Tagen von selbst entspannen.
Wer Greifvögeln mit dem nötigen Abstand begegnet und ihre Brutgebiete respektiert, trägt dazu bei, Konflikte zwischen Mensch und Tier zu vermeiden.
(RIEDSTADT – RED/PSR)
