Jubiläumsprogramm zeigt Landwirtschaft, Inklusion, Bildung und Kultur
Ökologische Landwirtschaft, Naturschutz, Inklusion, Bildung und Kultur: Das Hofgut Oberfeld in Darmstadt feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Was Anfang der 2000er-Jahre durch bürgerschaftliches Engagement entstand, hat sich zu einem besonderen Ort entwickelt, an dem heute rund 100 Menschen leben und arbeiten. Vom 28. August bis 25. September lädt ein umfangreiches Jubiläumsprogramm dazu ein, die unterschiedlichen Bereiche des Hofguts kennenzulernen.
Die Geschichte des Hofguts reicht allerdings wesentlich weiter zurück. Das Oberfeld gehört zu den letzten landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb Darmstadts, das Hofgut selbst geht auf eine ehemalige großherzogliche Hofmeierei zurück. Als das historische Ensemble Anfang der 2000er-Jahre bedroht war, engagierten sich Bürgerinnen und Bürger für dessen Erhalt.
Aus diesem Engagement ging die Stiftung Hofgut Oberfeld hervor. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern wurde der Standort in den vergangenen zwei Jahrzehnten Stück für Stück weiterentwickelt.
Landwirtschaft und gesellschaftliches Engagement
„Das Hofgut verbindet in einzigartiger Weise ökologische Landwirtschaft mit gesellschaftlichen Themen“, beschreibt Gabriele Beckers, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Hofgut Oberfeld, die Besonderheit des Projekts. Biodiversität, gelebte Inklusion, Bildung, Kultur und Bürgerbeteiligung griffen hier ineinander.
Das Hofgut ist dabei gleichzeitig landwirtschaftlicher Produktionsstandort, Lebensraum und öffentlicher Begegnungsort. Zum Ensemble gehören ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb mit Tierhaltung und Ackerbau, Hofladen und Café sowie Hofkäserei und -bäckerei.
Hinzu kommen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Assistenzbedarf und ein umfangreiches außerschulisches Bildungsangebot rund um ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.
Auch Kultur gehört inzwischen zum Oberfeld. Im Sommer finden Open-Air-Konzerte statt, Filmveranstaltungen beschäftigen sich unter anderem mit Ökologie und Naturschutz.
Viele Darmstädter nutzen das Hofgut zudem ganz selbstverständlich als Ausflugs- und Begegnungsort – zum Einkaufen, für einen Kaffee, zum Spielen, Spazierengehen oder um Zeit auf dem Hof und dem Oberfeld zu verbringen.
Ein Projekt zum Mitmachen
Eine Besonderheit des Hofguts ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. In Saisongärten kann eigenes Gemüse angebaut werden. Ehrenamtliche kümmern sich beispielsweise um Streuobstwiesen oder helfen in der Apfelsaftkelterei. Auch bei Agroforstmaßnahmen ist eine Beteiligung möglich.
Wer sich stärker engagieren möchte, kann sich zudem als Aktionärin oder Aktionär an der Hofgut Oberfeld Landwirtschaft AG beteiligen. Das Bürgerunternehmen trägt Landwirtschaft, Produktion und Direktvermarktung.
„Dieser Ort ist niemals ganz fertig“, beschreibt Beckers einen Grundgedanken des Hofguts. Jede Generation habe die Möglichkeit, den Standort weiterzuentwickeln und eigene Impulse einzubringen.
Eine der großen Zukunftsaufgaben ist die Sanierung und Neugestaltung des alten Kuhstalls. Dafür werden Förderer, Unterstützer und Menschen gesucht, die Ideen für die künftige Nutzung des historischen Gebäudes entwickeln.
Jubiläum gibt Einblicke hinter die Kulissen
Wie vielfältig das Hofgut inzwischen ist, soll das Jubiläumsprogramm vom 28. August bis 25. September zeigen. Die Stiftung Hofgut Oberfeld, die Hofgut Oberfeld Landwirtschaft AG, die Initiative Domäne Oberfeld, der Lernort Bauernhof, die Heydenmühle und die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie gestalten die Veranstaltungen gemeinsam.
Den Auftakt bilden am Freitag, 28. August, zwei Tage der offenen Tür. Das Haus Lebensweg öffnet von 10 bis 16 Uhr seine Türen und gibt Einblicke in die Sozialtherapie am Hof. Führungen werden um 10, 12 und 14 Uhr angeboten. Hinzu kommen ein Austausch-Café mit Bewohnern und Mitarbeitern sowie Angebote der Werkstätten der Heydenmühle. Um 15.30 Uhr spielt die Haus-Lebensweg-Bääänd.
Ebenfalls von 10 bis 16 Uhr stellt sich das Werkhaus der Nieder-Ramstädter Diakonie vor. Neben Führungen gibt es Informationen über die Arbeit, ein Kreativangebot und eine Tombola.
Neue inklusive Gärtnerei öffnet sich für Besucher
Einblicke gibt es auch in die neue inklusive Zierpflanzengärtnerei hinter den Stallungen. Dort haben Menschen mit Unterstützungsbedarf neue Arbeitsmöglichkeiten gefunden. Im Herbst soll der Pflanzenverkauf direkt in der Gärtnerei beginnen.
Bereits am Donnerstag, 27. August, gibt es dort ab 18 Uhr ein Topfpflanzen-Bingo. Führungen durch die Gärtnerei werden am Freitag, 28. August, um 10, 12 und 14 Uhr sowie am Samstag, 29. August, um 10.30, 11.45 und 13.15 Uhr angeboten. Am Samstag findet außerdem von 10 bis 15 Uhr die „Gemeinsam-mehr-Tour 2026“ als Spendenradelaktion statt.
Ebenfalls am Samstag wird es von 17 bis 21 Uhr beim Lernort Bauernhof einen Abendbacktag am Lehmofen geben. Besucher können eigene Teige mitbringen und im angeheizten Lehmofen backen.
Eine Woche Landwirtschaft zum Mitmachen
Vom 31. August bis 4. September richtet sich der Lernort Bauernhof mit einem offenen Angebot an Kinder und Erwachsene. Jeweils von 15 bis 18 Uhr steht ein anderes Thema im Mittelpunkt.
Am Montag, 31. August, geht es unter dem Motto „Vom Korn zum Brot“ um Getreide und dessen Verarbeitung. Am Dienstag folgt „Von der Kuh zu Käse und Butter“, am Mittwoch „Vom Huhn zum Ei“ und am Donnerstag „Vom Schaf zur Wolle“. Zum Abschluss wird am Freitag, 4. September, Apfelsaft gekeltert.
Am selben Abend lädt der Filmkreis Oberfeld von 19 bis 22 Uhr zu einem kostenlosen Filmabend in der Jurte ein. Das Team des Lernorts bereitet dazu Popcorn über dem Lagerfeuer zu.
Fotowettbewerb zeigt persönliche Perspektiven
Zum Jubiläum gehört auch ein inklusiver Fotowettbewerb. Gesucht wurden persönliche Perspektiven auf Hofgut und Oberfeld in den Kategorien „Mein Oberfeld“, „Der professionelle Blick“ und „Der originelle Blick“.
Zwölf ausgewählte Arbeiten werden in einer Ausstellung präsentiert. Die Vernissage findet am Freitag, 18. September, um 17 Uhr auf dem Anger statt.
Von Geflügel bis Agroforst
Zum Abschluss des Jubiläumsmonats steht noch einmal die ökologische Landwirtschaft im Mittelpunkt. Vom 22. bis 25. September gibt das Landwirtschaftsteam jeweils von 17.30 bis 19 Uhr Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Betriebs.
Am Dienstag geht es um Geflügel, am Mittwoch um Getreide und Brot, am Donnerstag um Obst und Agroforst und am Freitag um Kühe und Käse. Dabei werden Zusammenhänge von der muttergebundenen Kälberaufzucht über das Mikrobiom im Boden bis zum Klimaschutz durch Bäume auf Ackerflächen erläutert. Eine kleine Verkostung gehört ebenfalls zum Programm. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter hofladen@landwirtschaft-oberfeld.de erforderlich.
An denselben vier Abenden lädt das Landwirtschaftsteam jeweils um 19 Uhr zur Jubiläumsbrotzeit im Hofcafé ein. Serviert werden eigene Produkte und Wein, während zugleich auf zwei Jahrzehnte Hofgut Oberfeld zurückgeblickt wird. Der Unkostenbeitrag beträgt 20 Euro pro Person, eine Anmeldung ist erforderlich.
20 Jahre Hofgut Oberfeld – die Termine im Überblick
27. August: Topfpflanzen-Bingo in der inklusiven Gärtnerei
28. August: Tag der offenen Tür im Haus Lebensweg und Werkhaus, Führungen durch die Gärtnerei
29. August: Führungen durch die Gärtnerei, Spendenradeln und Abendbacktag
31. August bis 4. September: Offene Angebote des Lernorts Bauernhof
4. September: Filmabend in der Jurte
18. September: Vernissage des Fotowettbewerbs
22. bis 25. September: Einblicke in die Landwirtschaft und Jubiläumsbrotzeiten
Das Hofgut Oberfeld befindet sich in der Erbacher Straße 125 in Darmstadt. Weitere Informationen zum Hofgut und zum Jubiläumsprogramm gibt es auf der Internetseite der Stiftung Hofgut Oberfeld.
(DARMSTADT – RED/PM)
Beitragsbild: Luftaufnahme: Simone Schroeder

