750 Jahre Groß-Zimmern und 535 Jahre Zimmner Kerb sorgten für ein besonderes Kerbwochenende
In Groß-Zimmern ist die Kerb 2026 zu Ende gegangen. Vom 29. August bis zum 1. September wurde im Ort gefeiert, getanzt und die lange Kerbtradition gepflegt. In diesem Jahr stand das größte Fest des Ortes dabei unter einem besonderen Zeichen: Groß-Zimmern feiert 750 Jahre Ortsgeschichte, gleichzeitig blickt die Zimmner Kerb auf 535 Jahre Tradition zurück.
Die Kerb gehört zum ältesten Brauchtum der Gemeinde. Eine 1491 ausgestellte Urkunde belegt, dass in Groß-Zimmern bereits damals die Kirchweih gefeiert wurde.

Kerbbobbe kommt auf der Vespa
Der Samstag begann traditionell mit dem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche. Anschließend zog der Kerbmarsch zum Briggelsche, wo die Kerbbobbe abgeholt wurde.
Für einen besonderen Auftritt sorgte die Kerbbobbe in diesem Jahr selbst: Sie kam auf einer Vespa zur Kerbabholung. Damit erhielt der traditionelle Programmpunkt einen kleinen, aber auffälligen modernen Akzent.
Am Abend ging es auf dem Rathausplatz und in der Mehrzweckhalle weiter. Bei der Kerb-Live-Party sorgte „Rediostix“ auf dem Rathausplatz für Musik, während im Weindorf das „Trio Late Night“ spielte.








Bunter Kerbumzug durch Groß-Zimmern
Der Sonntag stand anschließend ganz im Zeichen des traditionellen Kerbumzugs. Gegen 13:45 Uhr setzte sich der Zug in der Schillerstraße in Bewegung. Mit dabei waren Kerbborschte, Vereine, Musikgruppen und weitere Gruppen aus Groß-Zimmern und der Umgebung.
Das Teilnehmerfeld zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Zimmner Kerb ist. Unter den Zugnummern fanden sich unter anderem die Kerbborschte der vergangenen Jahrgänge, die Friedensschule, der Handball Jugend JSG Groß-Zimmern/Dieburg, TeVx Gym, der TV 1863 Groß-Zimmern, die Chorgemeinschaft, der Schwarze Bock, der Fsv 1919 Groß-Zimmern, die DWKG sowie mehrere Musikgruppen.
Auch zahlreiche Gruppen griffen mit ihren Mottos die Geschichte und das Ortsleben auf. So waren beispielsweise „Römer“, „Cowboys und Cowgirls“, „Zimmern Wanderzirkus“, „750 Jahre Zimmern Zerkus“ und „750 Jahre Groß-Zimmern“ Teil des Zuges. Für die musikalische Begleitung sorgten unter anderem das Musikverein 1914 Münster, ÄSamBaDi und Schlawutzi Schlegel.
Besonders passend zum Jubiläumsjahr war auch der aktuelle Kerbjahrgang 2006/2007 vertreten. Der Kerbverein hatte bereits im Vorfeld zahlreiche Aktionen rund um das 750-jährige Ortsjubiläum organisiert.
Nach dem Umzug wurde auf dem Rathausplatz weitergefeiert. Die Trommelgruppen sorgten für Stimmung, bevor der Kerbbaum gestellt wurde. Am Nachmittag folgte die traditionelle Kerbred, bei der Ereignisse und Kuriositäten aus dem Ortsgeschehen auf humorvolle Weise aufgegriffen wurden. Den musikalischen Abschluss des Sonntags übernahm die Band „Lehman5“.
Frühschoppen und After-Kerb-Party
Der Kerbmontag gehörte traditionell dem Frühschoppen. In den Gaststätten, Vereinsheimen und bei den Kerbborschte-Jahrgängen wurde weitergefeiert. Am Abend ging es auf dem Rathausplatz mit der After-Frühschoppen-Party weiter.
Damit zeigte sich auch in diesem Jahr, was die Zimmner Kerb seit Generationen ausmacht: Traditionelle Programmpunkte treffen auf Musik, Partys und ein umfangreiches Vereinsleben. Der Kerbverein selbst beschreibt die Veranstaltung als Verbindung von alten Traditionen und modernen Elementen.

Abschied von der Kerb mit Verbrennung und Feuerwerk
Am Dienstagabend hieß es schließlich Abschied nehmen. Um 20:30 Uhr setzte sich der Trauermarsch zur traditionellen Kerbverbrennung am Anglerheim in Bewegung. Dort wurde die Kerbbobbe verbrannt.
Zum Abschluss erleuchtete das traditionelle Musik-Brillant-Feuerwerk den Himmel über Groß-Zimmern. Anders als in den vergangenen Jahren lief während des Feuerwerks diesmal keine Musik. Das Feuerwerk stand dadurch ganz für sich und bildete den stilleren Abschluss der viertägigen Kerb.
Mit der Verbrennung der Kerbbobbe endete damit auch ein besonderes Kerbjahr, in dem gleich zwei Jubiläen gefeiert werden konnten.

Leider erneut Vorfälle mit K.-o.-Tropfen
Bei aller Feierlaune gab es allerdings auch eine Schattenseite: Auf dem Kerbplatz kam es leider erneut zu Vorfällen im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen. Das Thema sollte deshalb gerade bei großen Volksfesten und Veranstaltungen nicht unterschätzt werden.
K.-o.-Tropfen beziehungsweise K.-o.-Mittel können häufig farb-, geruch- und geschmacklos sein und unbemerkt in Getränke gegeben werden. Mögliche Anzeichen sind unter anderem plötzlich auftretender Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheit, ungewöhnliche Müdigkeit, Kontrollverlust oder Erinnerungslücken. In Verbindung mit Alkohol können die Auswirkungen besonders gefährlich sein.
Die Polizei empfiehlt deshalb, Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen zu lassen und keine offenen Getränke von unbekannten Personen anzunehmen. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, sollte außerdem aufeinander achten und ungewöhnliche Veränderungen bei Freunden ernst nehmen.
Wer plötzlich deutlich stärker beeinträchtigt ist, als es aufgrund des eigenen Alkohol- oder Getränkekonsums zu erwarten wäre, sollte sich sofort an Freunde, das Veranstaltungspersonal oder den Sanitätsdienst wenden und nicht allein gelassen werden. Bei akuten gesundheitlichen Problemen gilt: 112 rufen. Besteht der Verdacht, dass K.-o.-Mittel verabreicht wurden, sollte außerdem möglichst schnell medizinische Hilfe gesucht werden, da entsprechende Substanzen nur für kurze Zeit nachweisbar sein können.
Die Verantwortung liegt dabei immer beim Täter oder der Täterin – nicht bei der betroffenen Person.

Ein besonderes Kerbjahr geht zu Ende
Mit dem Feuerwerk am Dienstag ist die Groß-Zimmerner Kerb 2026 Geschichte. Vier Tage lang wurde die Tradition gepflegt und gemeinsam gefeiert. Durch die beiden Jubiläen 750 Jahre Groß-Zimmern und 535 Jahre Zimmner Kerb war die diesjährige Kerb dabei eine ganz besondere.
Der Kerbumzug mit seinen zahlreichen Gruppen, die Kerbbobbe auf der Vespa, die Kerbred, die Veranstaltungen auf dem Rathausplatz und schließlich die Verbrennung am Anglerheim machten auch die 2026er Kerb zu einem festen Bestandteil des Groß-Zimmerner Jahres.
Und wie es bei der Zimmner Kerb Tradition ist, heißt es nach dem Abschied von der Bobbe eigentlich schon wieder: Nach der Kerb ist vor der Kerb.

