Neue Medienstation erzählt von Arbeit, Forschung und Erinnerung
Bergbau, Fossiliensuche, Bürgerengagement und das Leben rund um die Grube Messel stehen im Mittelpunkt einer neuen Medienstation im Museum am UNESCO Weltnaturerbe. Unter dem Titel „Stimmen“ sind dort persönliche Erinnerungen von Menschen zu hören, die eng mit dem Ort verbunden sind. Die Station erweitert ab sofort den Ausstellungsbereich zur Industriegeschichte.
Entstanden ist die Medienstation aus dem künstlerisch-dokumentarischen Filmprojekt „Schicht um Schicht“ von Merthe Wulf. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach realisiert.
Sechs Menschen erzählen ihre Geschichte
An der neuen Station können Besucherinnen und Besucher sechs Kurzinterviews mit Norbert Wendel, Franz-Jürgen Harms, Gertrud Holleschovsky, Josef Zacharias, Klaus-Dieter Weiß und Manfred Mößle hören. Die persönlichen Erinnerungen beschäftigen sich unter anderem mit Industrie und Arbeitswelt, Zwangsarbeit, Fossiliensuche, Bürgerengagement sowie dem Leben an und mit der Grube Messel.
„Die Grube Messel ist nicht nur ein außergewöhnlicher Ort der Erdgeschichte. Auch ihre jüngere Vergangenheit ist vielschichtig und eng mit den Menschen verbunden, die hier gelebt, gearbeitet, geforscht oder sich für den Erhalt der Grube eingesetzt haben“, erklärt Philipe Havlik, Geschäftsführer der Welterbe Grube Messel gGmbH. Die persönlichen Stimmen dauerhaft in die Ausstellung aufzunehmen, trage dazu bei, Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern lebendig werden zu lassen.
Filmprojekt „Schicht um Schicht“ als Ausgangspunkt
Grundlage der Medienstation ist Wulfs Abschlussarbeit an der HfG Offenbach. Für den rund 90-minütigen Film „Schicht um Schicht“ setzte sie sich mit der Landschaft der Grube Messel auseinander und verband diese mit mündlich erzählten Geschichten und Erinnerungen. Dafür führte sie Interviews mit Menschen, die in Messel leben oder gelebt haben, dort aufgewachsen sind oder immer wieder an die Grube zurückkehren.
Zu den Interviewpartnerinnen gehörte auch Janina Sulikowska-Wichman. Sie wurde 1944 als Kind einer polnischen Zwangsarbeiterfamilie im Lager Grube Messel geboren. Ihre Biografie ist damit unmittelbar mit der Geschichte der Zwangsarbeit an diesem Ort verbunden.
Der Film verfolgt dabei keine rein chronologische Aufarbeitung. Er beschäftigt sich vielmehr mit der Frage, welche Spuren Menschen, Geschichte und Erinnerung in einer Landschaft hinterlassen. Themen sind unter anderem die frühere Werksiedlung und die Verarbeitung von Ölschiefer, das Zwangsarbeitslager während des Zweiten Weltkriegs, der Widerstand gegen eine geplante Mülldeponie sowie die heutigen Ausgrabungen und ökologischen Untersuchungen.
Film wird in Messel gezeigt
Nach einer ersten öffentlichen Vorführung beim Messeler Grubenfest im August wird „Schicht um Schicht“ erneut gezeigt. Die Vorführung findet am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 20.15 Uhr in der Sängerhalle Messel, Am Wildpark 12, statt. Der Eintritt ist frei.
Die neue Medienstation „Stimmen“ kann ab sofort während der regulären Öffnungszeiten des Museums am UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel besucht werden.
Die wichtigsten Daten
Medienstation: „Stimmen“ von Merthe Wulf
Ort: Museum am UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel
Film: „Schicht um Schicht“ von Merthe Wulf
Filmvorführung: Dienstag, 6. Oktober 2026, 20.15 Uhr
Ort: Sängerhalle Messel, Am Wildpark 12, 64409 Messel
Eintritt zur Filmvorführung: frei
(RED/PM/GM)
Beitragsbild: Neue Medienstation im Ausstellungsbereich zur Industriegesichte. Foto: Welterbe Grube Messel, Lukardis Wencker

