Darmstädter Grüne kritisieren Verzögerungen beim Neubau und verlangen verbindliche Zusagen der Deutschen Bahn zu Sperrpausen
Die Darmstädter Grünen erhöhen den politischen Druck beim geplanten Neubau der Rheinstraßenbrücke. Angesichts der weiterhin ungeklärten Sperrzeiten für den Bahnverkehr fordern sie von der Deutschen Bahn verbindliche Zusagen, damit die Arbeiten an der sanierungsbedürftigen Brücke vorankommen können. Zugleich kritisieren sie die mögliche mehrjährige Unterbrechung der Straßenbahnverbindung nach Griesheim.
In einer aktuellen Pressemitteilung werfen die Grünen der Deutschen Bahn vor, den Fortgang des Projekts durch fehlende Zusagen zu notwendigen Sperrpausen zu behindern.
Kritik an der Deutschen Bahn
„Die Bahn muss endlich liefern. Es kann nicht sein, dass im ganzen Land über die Sanierung der Infrastruktur und zuverlässige Straßen und Eisenbahnstrecken diskutiert wird und gleichzeitig die Bahn außer Stande ist, Sperrpausen für den Neubau der Rheinstraßenbrücke zuzusichern“, erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Andreas Ewald.
Nach seiner Einschätzung stellt der Zustand der Brücke auch ein Risiko für den darunter verlaufenden Bahnverkehr dar. Ewald verweist darauf, dass es sich um eine der am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands handele.
Die Grünen sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf, um die Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen zu beschleunigen.
Stadt habe Vorbereitungen getroffen
Die Landtagsabgeordnete Hildegard Förster-Heldmann verweist auf die bisherigen Vorbereitungen der Stadt Darmstadt. Zwei Brücken seien bereits saniert worden, um die erforderlichen Umleitungen während der Bauarbeiten zu ermöglichen. Zudem habe die Stadt ihre Planungen angepasst, um die notwendigen Sperrzeiten für den Bahnverkehr zu verkürzen.
„Wir haben unsere Hausaufgaben in Darmstadt gemacht“, betont Förster-Heldmann.
Sie fordert zugleich Oberbürgermeister Hanno Benz und Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey auf, sich auf Landes- und Bundesebene für eine schnelle Lösung einzusetzen. Dabei nennt sie ausdrücklich den hessischen Verkehrsminister Kaweh Mansoori und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder.
Vier Jahre ohne Straßenbahn nach Griesheim?
Besonders kritisch bewerten die Grünen die Perspektive, dass der Straßenbahnverkehr zwischen Darmstadt und Griesheim im Zusammenhang mit dem Brückenneubau für vier Jahre unterbrochen werden könnte.
„Die Hängepartie für die Pendlerinnen und Pendler muss enden. Auch die Planung, den Straßenbahnverkehr nach Griesheim für vier Jahre auszusetzen, geht an der Realität der Menschen und der Region vorbei“, erklärt Stefan Opitz, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses.
Eine derart lange Unterbrechung der Straßenbahnverbindung wäre nach Ansicht der Grünen für die betroffenen Fahrgäste und die Region nicht hinnehmbar.
DB InfraGO soll im Mobilitätsausschuss Stellung nehmen
Um die offenen Fragen zu klären, sollen Vertreter der für die Schieneninfrastruktur zuständigen DB InfraGO in den Mobilitätsausschuss eingeladen werden.
Dort sollen sie nach dem Willen der Grünen erläutern, weshalb die notwendigen Sperrpausen bislang nicht verbindlich zugesagt werden können und welche Möglichkeiten bestehen, das Bauvorhaben zu beschleunigen.
Die Grünen fordern damit sowohl eine rasche Abstimmung zwischen Stadt, Bahn und politischen Entscheidungsträgern als auch Lösungen, die die Einschränkungen für Pendler und den öffentlichen Nahverkehr möglichst gering halten.
Weitere Hintergründe zum geplanten Neubau und zum aktuellen Stand des Projekts gibt es im DA.news-Beitrag „Neubau Rheinstraßenbrücke Darmstadt“.
(DARMSTADT – RED/GRÜNE)

