Nach erfolgreichem Pilotversuch wird Anti-Sticker-Beschichtung zum Standard
Beklebte Verkehrsschilder verursachen in Darmstadt seit Jahren einen erheblichen Reinigungsaufwand. Eine spezielle Anti-Sticker-Beschichtung soll das Problem künftig deutlich verringern. Nach einem einjährigen Pilotversuch zieht die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine positive Bilanz und will die Schutzbeschichtung bei der Neubeschaffung von Verkehrsschildern grundsätzlich einsetzen.
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt hatte die Beschichtung getestet, weil Verkehrszeichen im Stadtgebiet immer wieder mit Aufklebern versehen werden. Die Ergebnisse zeigen nach Angaben der Stadt, dass sich die Verschmutzung damit deutlich reduzieren lässt. Gleichzeitig sollen die Kosten für Reinigung und Instandhaltung langfristig sinken.
Besonders gute Ergebnisse im Umfeld des Stadions
Wie wirksam die neue Beschichtung ist, zeigte sich insbesondere an Standorten, an denen Verkehrsschilder bislang besonders häufig beklebt wurden. Dazu gehört das Umfeld des Stadions am Böllenfalltor.
Dort mussten in der Vergangenheit regelmäßig Aufkleber entfernt werden, vor allem nach Fußballspielen. Auf den mit der neuen Schutzschicht versehenen Schildern waren dagegen auch nach Abschluss der einjährigen Testphase nahezu keine Aufkleber festzustellen.
„Die Verschmutzung konnte damit erheblich reduziert und teilweise nahezu vollständig verhindert werden“, erklärt Verkehrsdezernent Paul Georg Wandrey.
Die Stadt sieht darin einen deutlichen Erfolg des Pilotversuchs und will die Beschichtung künftig dauerhaft verwenden.
Höhere Anschaffungskosten sollen sich langfristig rechnen
Verkehrsschilder mit Anti-Sticker-Beschichtung sind in der Anschaffung zunächst teurer als herkömmliche Schilder. Nach Einschätzung der Stadt gleichen sich diese Mehrkosten jedoch durch den geringeren Aufwand für Reinigung und Instandhaltung aus.
Bislang mussten beklebte Verkehrszeichen regelmäßig gereinigt oder bei starken Beschädigungen ausgetauscht werden. Das bindet Personal und verursacht laufende Kosten.
„Was für einige wie ein harmloser Zeitvertreib oder als spaßige Freizeitbeschäftigung erscheinen mag, verursacht für die Stadt seit Jahrzehnten einen erheblichen Aufwand und Kosten“, betont Wandrey.
Hinzu kommt ein Sicherheitsaspekt: Werden wichtige Verkehrszeichen durch Aufkleber oder Farbschmierereien verdeckt, können ihre Sichtbarkeit und Lesbarkeit beeinträchtigt werden. Dadurch kann auch die Verkehrssicherheit gefährdet sein.
Rund 30.000 Verkehrszeichen in Darmstadt
Im Darmstädter Stadtgebiet gibt es rund 30.000 Verkehrszeichen sowie etwa 2.000 Wegweiser. Wie viele davon verschmutzt oder beschädigt sind, lässt sich nach Angaben der Stadt nicht genau erfassen, da ständig neue Aufkleber und Beschädigungen hinzukommen.
Über den städtischen Mängelmelder gehen täglich mehrere Hinweise auf betroffene Schilder ein. Reinigung und Austausch stellen deshalb eine dauerhafte Aufgabe für das Mobilitäts- und Tiefbauamt dar.
Mit der neuen Beschichtung soll dieser Aufwand künftig verringert werden.
Beschichtung wird bei neuen Schildern grundsätzlich eingesetzt
Nach dem erfolgreichen Test will die Stadt ihre Beschaffungspraxis anpassen. Neu angeschaffte Verkehrsschilder sollen grundsätzlich mit der speziellen Schutzbeschichtung versehen werden.
Ausnahmen sind an weniger stark betroffenen Standorten möglich, beispielsweise an Feld- und Waldwegen außerhalb geschlossener Siedlungen. Dort kann im Einzelfall auf die zusätzliche Beschichtung verzichtet werden.
„Mit der dauerhaften Einführung setzen wir auf eine langfristig wirtschaftliche Lösung, die das Erscheinungsbild der Verkehrsschilder verbessert und den Unterhaltungsaufwand reduziert“, erklärt Wandrey.
Die Stadt erhofft sich dadurch langfristig weniger verschmutzte Schilder, geringere Reinigungskosten und eine bessere Lesbarkeit der Verkehrszeichen.
(DARMSTADT – RED/PSD/acl)

