Rund 13.000 Digitalisate ermöglichen neue Einblicke in die Stadtgeschichte
Historische Ratsprotokolle, Verwaltungsberichte und Grafiken aus vergangenen Jahrhunderten lassen sich jetzt bequem am Computer betrachten: Das Stadtarchiv Darmstadt hat sein digitales Angebot erweitert. Ab sofort stehen rund 1.500 Dokumente mit insgesamt etwa 13.000 Digitalisaten online zur Verfügung. Damit können Interessierte rund um die Uhr auf ausgewählte historische Quellen zur Darmstädter Stadtgeschichte zugreifen.
Möglich wurde die Erweiterung durch die Zusammenarbeit des Stadtarchivs mit dem städtischen Amt für IT. Über das Archivinformationssystem Arcinsys waren bereits zahlreiche Bestände recherchierbar. Neu hinzugekommen ist nun die Möglichkeit, ausgewählte Dokumente unmittelbar online einzusehen.
Historische Ratsprotokolle und Grafiken aus Darmstadt
Zu den neu verfügbaren Beständen gehören unter anderem Grafiken des Darmstädter Hofmalers Ernst August Schnittspahn (1795–1882). Hinzu kommen historische Ratsprotokolle, Verwaltungsberichte und Unterlagen der Bürgermeisterei sowie verschiedener städtischer Fachkommissionen.
Die Dokumente behandeln beispielsweise Fragen des Tiefbaus oder des Viehhandels und geben Einblicke in die Arbeit der städtischen Verwaltung früherer Jahrhunderte.
Anhand der Quellen lässt sich nachvollziehen, wie politische Entscheidungen getroffen wurden, welche Aufgaben die städtischen Ämter beschäftigten und wie sich Darmstadt im Laufe der Zeit entwickelte.
Auch Veränderungen der Bevölkerungsstruktur, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse sowie historische Bauvorhaben sind in den Unterlagen dokumentiert.
Rund 35.000 Archivalien bereits recherchierbar
In der Online-Datenbank Arcinsys sind derzeit rund 35.000 Archivalien des Stadtarchivs Darmstadt recherchierbar. Neue Daten werden fortlaufend ergänzt.
Die Digitalisierung erleichtert nicht nur Privatpersonen und Geschichtsinteressierten den Zugang zu historischen Quellen. Auch für die wissenschaftliche Forschung ergeben sich neue Möglichkeiten.
Insbesondere Untersuchungen zur Stadtentwicklung, Sozialgeschichte und Kunstgeschichte können von der digitalen Verfügbarkeit profitieren. Darüber hinaus lassen sich lokale Archivbestände einfacher in überregionale Forschungsprojekte einbeziehen.
Historische Dokumente werden langfristig gesichert
Die Digitalisierung der Ratsprotokolle und Verwaltungsberichte erfolgte im Rahmen der sogenannten Bundessicherungsverfilmung in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesarchiv und dem Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.
Dieses bundesweite Programm dient seit den 1950er-Jahren dazu, besonders wertvolles Archivgut langfristig zu sichern. Ursprünglich wurden die Dokumente dafür direkt auf Mikrofilm aufgenommen.
Heute werden die historischen Unterlagen zunächst mit digitalen Scannern erfasst. Anschließend werden die Aufnahmen für die dauerhafte Sicherung wieder auf Mikrofilm übertragen.
Das Verfahren verbindet damit zwei Ziele: die digitale Nutzung historischer Quellen und deren langfristige Bewahrung.
Sicherungskopien lagern im Barbarastollen
Koordiniert wird die Bundessicherungsverfilmung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Neben staatlichen Archiven können auch kommunale Einrichtungen ihre Bestände in das Sicherungsprogramm einbringen.
Die historischen Originaldokumente verbleiben weiterhin in den jeweiligen Archiven. Die Sicherungskopien werden dagegen im Barbarastollen gelagert, dem zentralen Bergungsort für besonders bedeutendes Archivgut der Bundesrepublik Deutschland.
Auf diese Weise sollen auch wichtige historische Quellen aus Darmstadt langfristig erhalten bleiben.
Historische Dokumente online recherchieren
Wer sich für die Geschichte Darmstadts interessiert, kann die Bestände des Stadtarchivs über das Archivinformationssystem Arcinsys recherchieren. Ausgewählte digitalisierte Dokumente lassen sich dort inzwischen direkt am Bildschirm betrachten.
Online-Zugang: arcinsys.hessen.de
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)


