Aufklärung in Darmstadt, Darmstadt-Dieburg und an der Bergstraße – Wohnungsunternehmen will betroffenen Frauen auch Wohnungen zur Verfügung stellen
Die Frauenhäuser und Fachberatungsstellen in Darmstadt, im Landkreis Darmstadt-Dieburg und an der Bergstraße haben gemeinsam mit dem Wohnungsunternehmen Vonovia eine Aufklärungskampagne gegen häusliche Gewalt gestartet. Mit Plakaten in Treppenhäusern und Postkarten für die Haushalte sollen Betroffene auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht und Nachbarinnen und Nachbarn sensibilisiert werden. Darüber hinaus will Vonovia Wohnungen für Frauen bereitstellen, die nach einem Aufenthalt im Frauenhaus eine neue Unterkunft benötigen.
Hintergrund der Aktion ist die anhaltend hohe Zahl von Gewalttaten gegen Frauen. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes wird in Deutschland etwa alle drei Minuten eine Frau Opfer häuslicher Gewalt. Auch Kinder sind häufig mitbetroffen.
Mehr als 1.750 Plakate und Postkarten gegen häusliche Gewalt
Zum Auftakt der Kampagne stellten Sophie-Lucia Gassner von der Frauenberatung Bergstraße, Ursula Pavez Sandoval von Frauen helfen Frauen Dieburg, Iris Behr vom Frauenhaus und der Fachberatungsstelle Darmstadt sowie Robert Wagner, Regionalleiter von Vonovia Darmstadt, das gemeinsame Plakat vor.
Vonovia will die Plakate in den Treppenhäusern seiner Wohngebäude aushängen. Zusätzlich sollen die Haushalte Postkarten erhalten. Insgesamt sind mehr als 1.750 Plakate und Postkarten vorgesehen. Darauf finden sich Ansprechpersonen sowie Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Hilfeeinrichtungen.
„Uns ist es sehr wichtig, Betroffenen eine Anlaufstelle zu geben, an die sie sich wenden können. Zugleich möchten wir auch allen in der Nachbarschaft sagen: Hören Sie nicht weg, helfen Sie bitte!“, erklärt Robert Wagner.
Wohnungen sollen Frauenhäuser entlasten
Neben der Aufklärungskampagne soll die Zusammenarbeit auch konkrete Unterstützung ermöglichen. Vonovia will Wohnungen für Frauen zur Verfügung stellen, die nach einem Aufenthalt in einer Schutzeinrichtung eine eigene Unterkunft suchen.
Die Frauen- und Kinderschutzhäuser sind nach Angaben der beteiligten Einrichtungen dauerhaft ausgelastet. Bundesweit fehlen Schutzplätze. Gleichzeitig erschwert der angespannte Wohnungsmarkt vielen Frauen den Auszug aus einer Schutzeinrichtung. Durch die Bereitstellung von Wohnungen sollen Plätze in den Frauenhäusern wieder schneller frei werden.
Beratungsstellen appellieren an die Nachbarschaft
Die beteiligten Einrichtungen hoffen, mit der Kampagne mehr Menschen zu erreichen und Hemmschwellen bei der Suche nach Unterstützung abzubauen.
„Es ist ganz wichtig, dass Nachbarinnen und Nachbarn nicht wegschauen und sich trauen, betroffene Frauen anzusprechen und auf Hilfe-Angebote hinzuweisen“, betont Ursula Pavez Sandoval von Frauen helfen Frauen Dieburg.
Auch Sophie-Lucia Gassner von der Frauenberatung Bergstraße begrüßt die Ausweitung der Aktion auf den Kreis Bergstraße. Carina Beck vom Frauenhaus Darmstadt hebt hervor, dass durch die Zusammenarbeit mehr Menschen über bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote informiert werden können.
Vonovia hat vergleichbare Kampagnen bereits in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Oberursel durchgeführt. Eine Ausweitung auf weitere Städte im Rhein-Main-Gebiet ist geplant. Allein in Darmstadt verfügt das Wohnungsunternehmen über rund 1.600 Wohnungen.
Weitere Informationen
Die Plakate und Postkarten der Kampagne enthalten Kontaktdaten der beteiligten Beratungs- und Schutzeinrichtungen.
Bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016 – kostenlos, vertraulich und rund um die Uhr erreichbar.
Website: www.hilfetelefon.de
(BOCHUM – RED/PM/Olaf Fei)
Beitragsbild: Ursula Pavez Sandoval, Iris Behr, Sophie-Lucia Gassner und Robert Wagner (v.l.n.r.) beim Aushängen der Plakate.


