Zwei Mitarbeiterinnen schließen Qualifizierung erfolgreich ab und verstärken das Team der Kita Römerkastell
Die Kindertagesstätten der Kreisstadt Groß-Gerau erhalten weitere qualifizierte Unterstützung. Gordana Ebentheuer und Petra Schmitt haben eine umfangreiche Weiterbildung zu pädagogischen Zusatzkräften erfolgreich abgeschlossen. Nach insgesamt 600 Unterrichtseinheiten gehören beide nun zum Team der Kindertagesstätte „Römerkastell“ im Stadtteil Auf Esch. Bürgermeister Jörg Rüddenklau überreichte den beiden Mitarbeiterinnen bei einer kleinen Feierstunde ihre Zertifikate.
Mit der Qualifizierung setzt die Stadt ihre Bemühungen fort, zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kinderbetreuung zu gewinnen. Derzeit sind in den 13 städtischen Kindertagesstätten rund 25 pädagogische Zusatzkräfte beschäftigt, die die Erzieherinnen und Erzieher bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen.
Beruflicher Neustart in der Kinderbetreuung
Für die beiden Absolventinnen bedeutet der erfolgreiche Abschluss auch eine berufliche Neuorientierung. Petra Schmitt hat ursprünglich eine Ausbildung zur Floristin absolviert. Der Wunsch, mit Kindern zu arbeiten, begleitete sie jedoch schon seit ihrer Jugend.
„Ich hatte schon mit 16 den Wunsch, Erzieherin zu werden. Jetzt hat es geklappt“, freut sich Schmitt über ihren neuen beruflichen Weg.
Auch Gordana Ebentheuer kommt aus einem anderen Berufsfeld. Sie war zuvor in der Gastronomie tätig. Da ihr Sohn als Erzieher arbeitet und sie selbst die Arbeit mit Kindern als besonders sinnstiftend empfindet, entschloss sie sich zur Bewerbung als pädagogische Zusatzkraft.
Beide Frauen loben die Begleitung während ihrer Qualifizierung. „Wir sind sehr gut betreut und begleitet worden“, berichtet Ebentheuer. Petra Schmitt hebt insbesondere die praxisnahe Gestaltung der Weiterbildung hervor.
600 Unterrichtseinheiten mit hohem Praxisanteil
Die Weiterbildung trägt den Namen „Pädagogisch fit“ und orientiert sich am Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan. Sie umfasst Grund- und Aufbaumodule, in denen sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Fähigkeiten vermittelt werden.
Zu den Inhalten gehören unter anderem die pädagogische Grundhaltung, gesetzliche Rahmenbedingungen, die Gestaltung von Beziehungen zu Kindern sowie die Begleitung von Eingewöhnungsprozessen.
Weitere Schwerpunkte sind die Beobachtung, Förderung und Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse sowie die Zusammenarbeit mit Eltern. Auch die Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns ist Bestandteil der Ausbildung.
Die einzelnen Module werden von Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erziehern sowie ehemaligen Absolventinnen und Absolventen gestaltet. Beobachtungsverfahren werden praktisch erprobt, und die Teilnehmenden erhalten Aufgaben, die sie zwischen den Seminaren unmittelbar in ihrem Arbeitsalltag umsetzen.
Einstieg auch ohne pädagogische Berufsausbildung möglich
Das Qualifizierungsprogramm eröffnet Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen die Möglichkeit, in der Kinderbetreuung tätig zu werden.
Voraussetzungen für den Einstieg als Zusatzkraft sind unter anderem eine abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung, Berufserfahrung und Interesse an der Arbeit mit Kindern.
Die verpflichtenden Grundmodule richten sich an Zusatzkräfte, die bislang noch keine entsprechende pädagogische Qualifizierung erworben haben. Darüber hinaus können auch andere Beschäftigte aus den Kindertageseinrichtungen an den Seminaren teilnehmen.
Dazu gehören beispielsweise Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr, FOS-Praktikantinnen und -Praktikanten, studentische Aushilfen, Auszubildende und hauswirtschaftliche Mitarbeitende.
Die Aufbaumodule ermöglichen sowohl pädagogischen Fachkräften als auch bereits qualifizierten Zusatzkräften, ihre Kenntnisse weiter zu vertiefen.
Stadt setzt auf weitere Qualifizierungen
Bürgermeister Jörg Rüddenklau gratulierte den beiden Absolventinnen und äußerte die Hoffnung, dass sie der Stadtverwaltung langfristig erhalten bleiben.
„Wir bilden aus und freuen uns, wenn die Kräfte lange bei der Stadt bleiben“, erklärte Rüddenklau.
Auch Isabel Lopez-Ruiz, Leiterin des Fachbereichs Kindertagesstätten, betont die Bedeutung der Zusatzkräfte für die Einrichtungen.
„Wir setzen weiter auf Qualifizierungen für eine absolut sinnstiftende Tätigkeit“, sagt Lopez-Ruiz.
Bereits Anfang 2027 sollen sich rund sechs weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der entsprechenden Prüfung stellen.
Qualifizierungsprogramm eröffnet neue Perspektiven
Verantwortlich für die Leitung des Programms „Pädagogisch fit“ ist Manuela Schäfer von der Stadt Groß-Gerau.
Sie sieht in der Weiterbildung eine wichtige Möglichkeit, Menschen ohne klassische pädagogische Ausbildung für die Arbeit in Kindertagesstätten zu gewinnen.
„An Pädagogisch Fit gefällt mir besonders, dass auch Menschen ohne klassischen pädagogischen Ausbildungsweg die Chance bekommen, ihre Begeisterung für die Arbeit mit Kindern zu entdecken und vielleicht sogar den Weg in ihren Traumberuf zu finden“, erklärt Schäfer.
Besonders wichtig sei ihr, die Inhalte des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans praxisnah zu vermitteln und das Bewusstsein für die Vielseitigkeit und Verantwortung pädagogischer Arbeit zu stärken.
Die wichtigsten Informationen
Was: Qualifizierung „Pädagogisch fit“ für pädagogische Zusatzkräfte
Wo: Städtische Kindertagesstätten in Groß-Gerau
Absolventinnen: Gordana Ebentheuer und Petra Schmitt
Neue Einsatzstelle: Kita „Römerkastell“ im Stadtteil Auf Esch
Umfang der Qualifizierung: 600 Unterrichtseinheiten
Voraussetzungen: Unter anderem abgeschlossene dreijährige Berufsausbildung, Berufserfahrung und Interesse an der Arbeit mit Kindern
Weitere Qualifizierungen: Rund sechs Prüfungen Anfang 2027 vorgesehen
Ansprechpartnerin: Manuela Schäfer, Fachbereich Kindertagesstätten der Stadt Groß-Gerau
E-Mail: manuela.schaefer@gross-gerau.de
(GROSS-GERAU – RED/PSGG)
Beitragsbild:
Die Qualifikation zur pädagogischen Zusatzkraft haben Petra Schmitt (Dritte von links) und Gordana Ebentheuer (Zweite von rechts) von der Kita „Römerkastell“ erfolgreich abgeschlossen. Sevgi Mala-Caliskan (Leiterin Kita Auf Esch), Manuela Schäfer (Leiterin des Fortbildungsprogramms), Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau, Isabel Lopez-Ruiz (Fachbereichsleiterin Kindertageseinrichtungen) und Etienne Limberg (stellvertretender Leiter der Kita „Römerkastell“/von links) gratulierten. Foto: Kreisstadt Groß-Gerau/Jörg Monzheimer


