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Stadt setzt Zeichen gegen Rassismus in der Heimstättensiedlung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am 18. Februar die neue „Ali-Bayram-Anlage“ am Eingang der Heimstättensiedlung offiziell eingeweiht. Mit der Benennung der Grünanlage erinnert die Stadt an den 1994 aus rassistischen Motiven ermordeten Familienvater Ali Bayram und setzt ein dauerhaftes Zeichen gegen Rassismus, Gewalt und Ausgrenzung.
Im Beisein der Familie Bayram sowie der türkischen Generalkonsulin Nagihan İlknur Akdevelioğlu übergaben Oberbürgermeister Hanno Benz, Stadtrat Paul Georg Wandrey und Stadtverordnetenvorsteher Yücel Akdeniz die Anlage offiziell ihrer Bestimmung. Grundlage war ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Dezember 2023.
Erinnerung an die Tat von 1994
Ali Bayram wurde am 18. Februar 1994 im Schiebelhuthweg in seiner Wohnung von einem Nachbarn mit rechtsextremer Gesinnung erschossen. Seine damals zwölfjährige Tochter wurde bei dem Angriff verletzt. Während die Tat lange Zeit öffentlich als Nachbarschaftsstreit wahrgenommen wurde, betont die Stadt heute den rassistischen Hintergrund des Verbrechens.
Oberbürgermeister Benz erklärte, die Einweihung sei auch ein Akt der späten Anerkennung des Leids der Familie. Die Gestaltung des Gedenkortes solle im Dialog mit den Hinterbliebenen erfolgen.
Kontinuität rechter Gewalt
Die Widmung der Anlage ordnet die Tat in den Kontext rechter Gewalt der 1990er Jahre ein. In Redebeiträgen wurde auf eine Kontinuität rassistischer Gewalt verwiesen, die von Rostock-Lichtenhagen und Mölln bis hin nach Hanau reiche. Die neue Grünanlage sei ein sichtbarer Ort des Gedenkens im Alltag vieler Menschen.
Die Einweihung wurde von persönlichen Worten der Familie und musikalischen Beiträgen begleitet. Zunächst wurde eine provisorische Gedenktafel angebracht, bis die endgültige Gestaltung abgeschlossen ist. Künftig soll am 18. Februar in der Ali-Bayram-Anlage an Ali Bayram sowie an alle Opfer rechter Gewalt erinnert werden.
(DARMSTADT – RED/PSD/dk)
Beitragsbild: Wissenschaftsstadt Darmstadt