Neue Wegeführung soll Natur schützen und Klettern ermöglichen
Das Felsenmeer bei Reichenbach gehört mit rund 200.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich zu den beliebtesten Ausflugszielen im Odenwald. Die hohen Besucherzahlen setzen jedoch den Wald und insbesondere den Waldboden zunehmend unter Druck. Wie das Regierungspräsidium Darmstadt mitteilt, soll deshalb eine klare Besucherlenkung künftig sensible Bereiche schützen und gleichzeitig das Klettern im Blockmeer weiterhin ermöglichen.
Das Felsenmeer ist nicht nur ein viel besuchtes Ausflugsziel, sondern zugleich Naturschutzgebiet und Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Weil viele Besucherinnen und Besucher abseits der vorhandenen Wege unterwegs sind, werden Baumwurzeln freigelegt. Alte Bäume können dadurch absterben, während junge Bäume teilweise nicht mehr nachwachsen können.
Klettern im Felsenmeer soll weiterhin möglich bleiben
Um den Wald zu schützen, hatte das Regierungspräsidium Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gruppen und Institutionen zu einer Gebietskonferenz ins Lautertaler Rathaus eingeladen. Grundlage der Beratungen war ein vom RP in Auftrag gegebenes Lenkungskonzept.

Danach soll der Wald künftig nur noch auf bestimmten und deutlich gekennzeichneten Wegen betreten werden. Das Klettern auf den Felsen soll weiterhin erlaubt bleiben. Gleichzeitig sollen empfindliche Waldbereiche vor einer flächigen Belastung geschützt werden. Besonders die kurzen Wege, die von einem Großteil der Besucherinnen und Besucher genutzt werden, sollen deutlich hervorgehoben werden.
„Wir wollen das Klettern und Bewegen auf dem Blockmeer wie bisher ermöglichen. Aber bei so vielen Besucherinnen und Besuchern braucht es eine gute Infrastruktur und eine klare Orientierung, genau wie an anderen Orten, an denen sich sehr viele Menschen bewegen“, erklärt Henriette Wache vom Regierungspräsidium Darmstadt.
Trampelpfade sollen gesperrt werden
Die erlaubten Wege sollen künftig an jedem Punkt eindeutig erkennbar sein und auch bei schlechten Lichtverhältnissen Orientierung bieten. Damit soll nicht nur die Natur geschützt, sondern auch die Unfallgefahr verringert werden.
Geplant ist außerdem, Stufenwege zu sanieren, Maßnahmen zur Versickerung von Regenwasser umzusetzen und besonders sensible Flächen einzuzäunen. Bestehende Trampelpfade sollen gesperrt werden. Nach Angaben des Regierungspräsidiums besteht dort unter anderem durch herabstürzende Äste und instabile Bäume eine Gefahr für Besucherinnen und Besucher.
Gebietskonferenz unterstützt das Konzept
Der vorgeschlagene Verlauf der Wege fand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gebietskonferenz grundsätzlich Zustimmung. Einzelheiten müssen allerdings noch geklärt werden. Einigkeit bestand darüber, die Besucherlenkung mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten.
Diskutiert wurden unter anderem zusätzliche Informationstafeln, digitale Informationsangebote, Bildungsprogramme und Erlebnisstationen. Auch ein Ranger-Dienst der Gemeinde Lautertal, der Besucherinnen und Besucher direkt anspricht, gehört zu den Überlegungen. Für die Wiederherstellung der Brücke über den Blockstrom sollen Spenden gesammelt werden.
Waldboden spielt zentrale Rolle
Eine besondere Bedeutung kommt dem Waldboden zu. Er bildet die Grundlage für die natürliche Verjüngung des Waldes, den Erhalt des Baumbestandes und die biologische Vielfalt. Ein intakter Boden kann zudem Niederschlagswasser zurückhalten und damit die Erosion vermindern. Auch für den Schutz der kulturhistorischen Besonderheiten des Felsenmeeres ist er von Bedeutung.

Naturschutz, Forst, Tourismus, Kommunen, Verbände und Privatpersonen sollen deshalb bei der weiteren Entwicklung gemeinsam vorgehen. „Wenn wir die Besucherinnen und Besucher verständlich informieren, haben wir gute Chancen, das Felsenmeer mit dem umgebenden Wald als einzigartigen Natur- und Erlebnisraum zu erhalten und ihn zugleich für die kommenden Generationen zu bewahren“, so Henriette Wache.
Weitere Informationen: Regierungspräsidium Darmstadt
RED/RPDA)
Beitragsbilder: Gebietskonferenz zum Felsenmeer. Foto: RPDA

