Stadt setzt auf bauliche und organisatorische Maßnahmen gegen Hitze
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verstärkt ihre Maßnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz an Schulen. Hintergrund sind steigende Temperaturen und häufiger auftretende Hitzeperioden, die auch Schulgebäude zunehmend vor Herausforderungen stellen.
Als kommunaler Schulträger ist die Stadt für Bau, Ausstattung, Unterhaltung und Sanierung der Schulgebäude verantwortlich. Maßnahmen zum Hitzeschutz werden daher gemeinsam vom städtischen Immobilienmanagement (IDA), dem Schulamt sowie dem Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung entwickelt. Die Umsetzung erfolgt jeweils standortspezifisch, da bauliche Voraussetzungen und denkmalpflegerische Belange unterschiedlich sind.
Stadtkämmerer und Immobiliendezernent André Schellenberg, Schuldezernent Holger Klötzner und Klimaschutzdezernent Michael Kolmer erklären: Die zunehmenden Hitzeperioden seien eine spürbare Folge der klimatischen Veränderungen. Deshalb kombiniere die Stadt organisatorische Maßnahmen im Schulbetrieb mit gezielten baulichen Verbesserungen an den Gebäuden.
Außenbeschattung als wichtiger Baustein
Ein zentraler Ansatz ist der Ausbau von Außenbeschattungen an Schulgebäuden. Außenliegende Verschattungssysteme gelten als besonders wirksam, um Klassenräume vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und eine Aufheizung zu reduzieren.
Wo solche Lösungen aus baulichen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich sind, werden ergänzende Maßnahmen geprüft. Dazu zählt unter anderem die Anbringung von Hitzeschutzfolien an Fenstern, insbesondere an stark sonnenexponierten Süd- und Westfassaden.
Organisatorische Maßnahmen im Schulbetrieb
Neben baulichen Anpassungen spielen auch organisatorische Maßnahmen eine Rolle. Dazu gehören Hinweise zum richtigen Lüften, das Nachrüsten kippbarer Fenster sowie ein bewusster Umgang mit elektrischen Geräten in Klassenräumen.
Bei Neubauten und größeren Sanierungen soll der sommerliche Wärmeschutz künftig noch stärker berücksichtigt werden. Geprüft werden unter anderem Konzepte für passive Be- und Entlüftung, um eine natürliche Luftzirkulation zu ermöglichen und die Aufheizung der Räume zu begrenzen.
Pilotprojekt an der Georg-August-Zinn-Schule
Die ersten Maßnahmen werden an der Georg-August-Zinn-Schule in Wixhausen umgesetzt. Dort wird unter anderem geprüft:
- Nachtauskühlung der Gebäude
- Reduzierung thermischer Lasten
- Optimierung der Lüftung am Tag
- mögliche Nachrüstung von Sonnenschutzsystemen
Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend auf weitere Schulen übertragen werden.
Weitere Schulen im Fokus
Ab 2027 stehen weitere Schulstandorte im Fokus, darunter das Ludwig-Georg-Gymnasium, die Lichtenbergschule, die Alice-Eleonoren-Schule sowie die Astrid-Lindgren-Schule.
Ein Teil der Maßnahmen kann kurzfristig umgesetzt werden, etwa durch Hitzeschutzfolien oder organisatorische Anpassungen. Größere bauliche Maßnahmen, insbesondere Verschattungssysteme oder Lösungen im Rahmen von Sanierungen, sollen schrittweise in den kommenden Jahren folgen.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)
