14 junge Menschen aus Darmstadt und dem Landkreis beschäftigen sich mit NS-Verbrechen
14 Jugendliche aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg haben an einer fünftägigen Bildungsfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau teilgenommen. Dabei beschäftigten sie sich intensiv mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers, den Verbrechen des Nationalsozialismus und der Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur.
Die Gedenkstättenfahrt wurde vom Jugendring Darmstadt e. V. und dem Jugendbildungswerk der Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam organisiert. Das Kooperationsprojekt fand bereits zum dritten Mal statt.
Auseinandersetzung mit Verfolgung und Erinnerung
Während ihres Aufenthalts nahmen die Jugendlichen an einem pädagogischen Programm der Gedenkstätte teil. Im Mittelpunkt standen die verschiedenen Häftlingsgruppen des ehemaligen Konzentrationslagers sowie die Lebensgeschichten einzelner Menschen, die dort inhaftiert waren.
Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage, wie Diskriminierung über das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft hinaus fortwirkte. Weitere Themen waren Entschädigungsfragen und die Entwicklung der Erinnerungskultur nach 1945.
Zum Programm gehörte auch ein Besuch der Sonderausstellung über die Dachauer Prozesse, in denen Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus juristisch aufgearbeitet wurden.
Bedeutung der Erinnerungsarbeit hervorgehoben
Bürgermeisterin Barbara Akdeniz begrüßte das Interesse der Jugendlichen an der Auseinandersetzung mit der Geschichte. „Sie nehmen nicht nur für sich Wissen mit, sondern können es auch in ihrer Familie, ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weitergeben und so zur Erinnerungskultur beitragen“, erklärte sie.
Auch Aaron Becker, Vorsitzender des Jugendrings Darmstadt, betonte die Bedeutung solcher Bildungsangebote. Junge Menschen müssten dazu beitragen, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus lebendig bleibe.
Angesichts aktueller politischer Entwicklungen sei es besonders wichtig, sich bewusst mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und einer Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen entgegenzuwirken, so Becker.
(DARMSTADT – RED/PSD/acl)


