WERBUNG
Hessisches Umweltministerium fördert zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt mit 25,64 Millionen Euro
Mit der offiziellen Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 25,64 Millionen Euro durch Staatssekretär Michael Ruhl ist der Startschuss für eines der zentralen Infrastrukturprojekte der kommunalen Daseinsvorsorge in Südhessen gefallen: den Bau einer Klärschlamm-Monobehandlungsanlage (KSMB) am Müllheizkraftwerk in Darmstadt.
Bis zum Jahr 2029 wird das bestehende Müllheizkraftwerk um die neue Anlage erweitert. Ziel ist es, kommunale Klärschlämme aus der Region künftig sicher, regional und zukunftsfähig zu entsorgen und gleichzeitig den strategisch wichtigen Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. Hintergrund sind die novellierten Vorgaben der Klärschlamm-, Dünge- und Düngemittelverordnung, nach denen Klärschlämme nur noch stark eingeschränkt landwirtschaftlich verwertet werden dürfen.
„Die Phosphorrückgewinnung ist ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft als zentraler Pfeiler unserer Volkswirtschaft“, betonte Staatssekretär Michael Ruhl bei der Übergabe des Förderbescheids. „Wir unterstützen hier ein Projekt, das ökologische Verantwortung und technologische Innovation verbindet.“
Zentrale Lösung für Südhessen
Träger des Projekts ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Südhessen (ZAS), der im Darmstädter Müllheizkraftwerk bereits den Restmüll seiner Mitglieder – darunter der Landkreis Darmstadt-Dieburg, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Odenwaldkreis – sowie weiterer kommunaler Partner thermisch behandelt. Bereits im Jahr 2020 hatte der ZAS eine vom Land Hessen geförderte Machbarkeitsstudie zur Klärschlammentsorgung mit Phosphorrückgewinnung erstellen lassen.
Auf dieser Basis ist nun der Bau eines Drehrohrofens mit einer Kapazität von rund 60.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr geplant. Die ENTEGA AG, die für den ZAS die Betriebs- und Geschäftsführung innehat, ist auch mit der Projektleitung zur Errichtung der KSMB betraut.
„Angesichts der gesetzlichen Rahmenbedingungen ist es richtig und notwendig, eine zentrale, kommunale Lösung für Südhessen zu realisieren“, erklärt Landrat Klaus Peter Schellhaas, Verbandsvorsitzender des ZAS. Ziel sei eine regional verankerte, nachhaltige, langfristig sichere und kostengünstige Klärschlammverwertung ohne Gewinnerzielungsabsicht.
Bedeutung für Darmstadt und die Region
Auch für die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat das Projekt eine besondere Bedeutung. Stadtkämmerer André Schellenberg, stellvertretender Verbandsvorsitzender des ZAS, verweist auf die langfristige Entsorgungssicherheit und den ökologischen Mehrwert: Durch die Anlage wird die nachhaltige Verwertung des Darmstädter Klärschlamms zu einem phosphorhaltigen Düngemittel ermöglicht.
Insgesamt haben sich 27 Kommunen und Abwasserzweckverbände aus Südhessen sowie angrenzenden Regionen mitegionen mit rund 550.000 Einwohnerinnen und Einwohnern dem Projekt angeschlossen. Sie sorgen gemeinsam für die Vollauslastung der geplanten Anlage. Die jährlich anfallende Menge entspricht etwa 6.000 Tonnen phosphorhaltiger Asche beziehungsweise rund 1.000 Tonnen Phosphat. Damit kann ein Teil des bislang nahezu vollständig importierten Phosphors wieder in den regionalen Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Perspektivisch ist die Herstellung eines regionalen Düngeprodukts vorgesehen.
Die Gesamtinvestitionen für Planung und Bau der Anlage belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme werden die Klärschlämme weiterhin über bestehende Entsorgungswege behandelt. Ab 2029 übernimmt der ZAS den Betrieb und die Entsorgungsverantwortung.
Mit der Klärschlamm-Monobehandlungsanlage leistet der Zweckverband Abfallwirtschaft Südhessen einen wesentlichen Beitrag zur Ressourcensicherung, zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und zur Stärkung einer nachhaltigen kommunalen Kreislaufwirtschaft in Südhessen.
(DARMSTADT – RED/PM/ENTEGA)
Beitragsbild: Auf dem Bild zu sehen, v.l.n.r.: Geschäftsführung des ZAS – Dr. Julia Klinger / Landrat Klaus Peter Schellhaas (Verbandsvorsitzender des ZAS)/ Staatssekretär Michael Ruhl (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat)/ Stadtkämmerer der Wissenschaftsstadt Darmstadt André Schellenberg (Stellv. Verbandsvorsitzender des ZAS). Foto: ZAS, Elias Hammer