Repliken bewahren regionale Handwerkskunst für kommende Generationen
In Bickenbach werden derzeit sechs historische Lebkuchenmodel originalgetreu nachgebildet. Wie der örtliche Geschichts- und Museumsverein mitteilt, soll damit ein bedeutendes Stück regionaler Kulturgeschichte dauerhaft gesichert werden.
Mit der Umsetzung wurde die Modelmanufaktur Angele beauftragt. Inhaber Leonhard Angele fertigt die detailreichen Repliken in traditioneller Handarbeit aus Birnenholz. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Sparkasse Darmstadt.
Schutz der Originale durch Nachbildungen
Die historischen Lebkuchenmodel gelten als wertvolle Zeugnisse vergangener Handwerkskunst. Durch die Repliken können die empfindlichen Originale geschont und gleichzeitig weiterhin für Ausstellungen und Bildungsangebote genutzt werden.
Bürgermeister Markus Hennemann betont die Bedeutung des Projekts: Die Model spiegeln Motive und Alltagskultur ihrer Entstehungszeit wider und seien ein wichtiger Teil der lokalen Geschichte.
Tradition der Lebkuchenbäckerei
Die Herstellung von Lebkuchen hat in der Region eine lange Tradition. Bereits Wochen vor Weihnachten begannen früher die Vorbereitungen in den Bäckereien.
Der Bäckermeister Nikolaus Dingeldey, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Bäckerei in Bickenbach führte, beschrieb die aufwendigen Herstellungsprozesse: Von der Verarbeitung großer Mengen Kunsthonig bis hin zur Bearbeitung des zähen Teigs war die Produktion arbeitsintensiv.
Die Teigstücke wurden schließlich in kunstvoll geschnitzte Holzmodel gedrückt, die typische Formen wie Herzen oder runde und rechteckige Varianten ermöglichten. Nach dem Backen erhielten die Lebkuchen durch spezielle Glasuren ihren charakteristischen Glanz und wurden oft individuell verziert.
Herkunft und Entwicklung
Die Ursprünge der Lebkuchenbäckerei in der Region werden im Odenwald oder im Raum Walldürn vermutet. Auch historische Einflüsse aus früheren Kriegszeiten könnten zur Verbreitung beigetragen haben. Sicher ist, dass sich die Tradition über Generationen hinweg an der Bergstraße etabliert hat.
Kulturelles Erbe erlebbar machen
Die Originalmodel stammen aus dem Besitz der Bäckerei Dingeldey und werden heute vom Geschichts- und Museumsverein aufbewahrt.
Die neuen Repliken sollen künftig in Ausstellungen gezeigt und für museumspädagogische Angebote eingesetzt werden. Ziel ist es, die regionale Handwerksgeschichte anschaulich zu vermitteln und langfristig zu erhalten.
(BICKENBACH – RED/PM)
