Die Sängerin verbindet traditionelle Lieder mit der Geschichte ihrer Familie und ihrer eigenen musikalischen Entwicklung
Am Sonntag, 11. Oktober 2026, ist Maria Kaplan im Atelierhaus Vahle in Darmstadt zu Gast. Im Mittelpunkt des Nachmittags steht der aramäische Gesang. Zwischen den Liedern erzählt Kaplan von ihrer Familie, ihrer Flucht aus der türkisch-syrischen Grenzregion und ihrem persönlichen Weg zurück zur Sprache und Musik ihrer Vorfahren.
Beginn der Veranstaltung ist um 16 Uhr, Einlass ab 15.30 Uhr. Der Abend verbindet Gesang und Erzählung. Insgesamt sollen etwa sieben bis zehn aramäische Lieder erklingen. Die Bedeutung der einzelnen Stücke erläutert Maria Kaplan jeweils kurz selbst. Fragen aus dem Publikum sind während und nach der Veranstaltung willkommen.
Von der Flucht zur Musik
Maria Kaplan wurde 1977 in einem aramäischen Dorf nahe Nisibin an der türkisch-syrischen Grenze geboren. Ihre Familie gehörte zur christlich-aramäischen Gemeinschaft der Region. Nach einem Angriff auf das Elternhaus floh sie 1980 gemeinsam mit ihrer Familie nach Deutschland.
Viele Jahre arbeitete Kaplan später im Investmentbanking in Frankfurt. 2008 zog sie nach Darmstadt. Ein Anruf eines aramäischen Mönchs gab 2013 den Anstoß für eine Reise in den Nahen Osten, die sie im folgenden Jahr gemeinsam mit 45 Angehörigen der aramäischen Gemeinschaft aus Wiesbaden unternahm.
Während dieser Reise fand Kaplan einen neuen Zugang zum Gesang ihrer Vorfahren. Seitdem setzt sie sich dafür ein, die vom Aussterben bedrohte aramäische Sprache durch ihre Musik hörbar und lebendig zu halten. Ihre Auftritte führten sie durch Europa sowie nach Mexiko, Australien und Neuseeland. Zuletzt trat sie in New York auf.
Gesang und persönliche Geschichten
Bei ihrem Auftritt im Atelierhaus Vahle erzählt Maria Kaplan auch vom Überleben ihrer Familie während des Angriffs auf ihr Elternhaus und von den Repressalien, denen aramäische Christinnen und Christen in der Region über Jahrzehnte ausgesetzt waren.
Auch ihre eigene Entwicklung vom Investmentbanking zurück zur Musik und zur Sprache ihrer Vorfahren ist Teil der Veranstaltung.
Musik im Krankenhaus und auf der Bühne
Nach ihrer Rückkehr aus dem Nahen Osten bot Kaplan im Alice-Hospital in Darmstadt Meditationen für Kinder und Erwachsene an. Außerdem sang sie auf Wunsch ehrenamtlich für Patientinnen und Patienten an deren Krankenbett.
2019 nahm sie am „1st International Symposium on Neuroscience with Music“ im Umweltforum Berlin teil. Dort präsentierte sie den Beitrag „Aramaic Songs: Healing Resonance for the Regeneration of the Body“. Die Wirkung ihres Gesangs wurde dabei live und in Echtzeit an einer Probandin untersucht.
Maria Kaplan ist als aramäische Sängerin international auf Konzertbühnen sowie in Kirchen und Klöstern zu hören. Unter dem Namen „Afterglow“ begleitet sie außerdem Menschen am Lebensende und gestaltet als freie Trauerrednerin und Sängerin Abschiedsfeiern.
Veranstaltung im Atelierhaus Vahle
Für die Veranstaltung stehen nur 50 Plätze zur Verfügung. Eine Anmeldung ist daher erforderlich und kann über die Webseite von Maria Kaplan vorgenommen werden.
Info:
Maria Kaplan – „Die Sprache, die dem Vergessen entkam“
Datum: Sonntag, 11. Oktober 2026
Einlass: 15:30 Uhr
Beginn: 16:00 Uhr
Ort: Atelierhaus Vahle, Schumannstraße 11, Darmstadt
Eintritt: 30 Euro
Anmeldung: mariakaplan.de
Hinweis: Die Zahl der Plätze ist auf 50 begrenzt.


