Langzeitanalyse zeigt Rückgang – aber weiterhin Überschreitungen
Eine aktuelle Auswertung des VSR-Gewässerschutz zeigt: Die Nitratbelastung in Gartenbrunnen im Kreis Groß-Gerau ist in den vergangenen 25 Jahren zwar zurückgegangen, bleibt jedoch weiterhin ein Problem. Grundlage sind rund 1.650 Wasseranalysen aus dem Zeitraum von 2001 bis 2025.
Weniger Überschreitungen – aber weiterhin kritisch
Während zwischen 2001 und 2005 noch 29,7 Prozent der untersuchten Brunnen den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten, lag dieser Anteil im Zeitraum 2021 bis 2025 noch bei 11,8 Prozent.
Besonders auffällig: Der Anteil stark belasteter Brunnen mit über 100 Milligramm Nitrat pro Liter sank im gesamten Zeitraum nur geringfügig auf 1,1 Prozent.
Landwirtschaftliche Maßnahmen zeigen Wirkung
Nach Einschätzung von Harald Gülzow haben Maßnahmen in der Landwirtschaft zur Reduzierung der Nitratbelastung grundsätzlich Wirkung gezeigt. Dennoch sei der Rückgang bislang geringer ausgefallen als erhofft.
Vor allem innerhalb von Wasserschutzgebieten konnten durch Kooperationen zwischen Wasserversorgern und Landwirtschaft Verbesserungen erzielt werden. Dazu zählen effizientere Düngemethoden und angepasste Anbausysteme.
Belastung außerhalb von Schutzgebieten weiterhin hoch
Problematisch bleibt die Situation insbesondere außerhalb ausgewiesener Wasserschutzgebiete. Dort werden häufig erhöhte Nitratwerte in Gartenbrunnen festgestellt.
Diese Belastung kann nicht nur die Nutzung des Brunnenwassers einschränken, sondern wirkt sich auch auf Gewässer aus. Nitrat gelangt über Bäche und Flüsse in größere Gewässer und trägt dort zu übermäßigem Algenwachstum bei, was die Artenvielfalt gefährdet.
Weitere Untersuchungen geplant
Der VSR-Gewässerschutz kündigt an, auch 2026 wieder mit einem Labormobil in der Region unterwegs zu sein, um weitere Wasseranalysen anzubieten und die Entwicklung langfristig zu beobachten.
(GROSS-GERAU – RED/PM/VSR)
Beitzragsbild: Harald Gülzow erläutert die Entwicklung der Nitratbelastung im Kreis Groß-Gerau. Foto: Ruben Wiltsch
