Naturschutzbehörde appelliert: Invasive Nagetiere nicht an Gewässern füttern
Sie sehen harmlos aus und lassen sich häufig an Flüssen, Seen und Bächen beobachten – doch Nutrias stellen nach Angaben des Kreises Groß-Gerau zunehmend ein Problem für Natur, Landwirtschaft und Hochwasserschutz dar. Die Untere Naturschutzbehörde ruft die Bevölkerung deshalb eindringlich dazu auf, die Tiere nicht zu füttern.
Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nagetiere haben sich in den vergangenen Jahren auch im Kreis Groß-Gerau stark ausgebreitet. Da sie hier kaum natürliche Feinde haben und sich mehrmals im Jahr fortpflanzen können, wachsen ihre Bestände kontinuierlich.
Schäden an Ufern und Deichen
Nutrias ernähren sich überwiegend von Wasser- und Uferpflanzen, fressen aber auch Feldfrüchte und Obst. Besonders problematisch sind ihre weit verzweigten Baue in Uferböschungen und Deichen. Dadurch können Böschungen instabil werden und Anlagen des Hochwasserschutzes Schaden nehmen. Zudem beeinträchtigen die Tiere Schilf- und Röhrichtbestände, die vielen Vogel-, Fisch- und Amphibienarten als Lebensraum dienen.
Die Nutria gilt deshalb als invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung.
Nicht mit Bibern verwechseln
Immer wieder werden Nutrias mit Bibern verwechselt. Die Tiere sind jedoch kleiner und besitzen einen langen, runden Schwanz statt der für Biber typischen flachen Kelle. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die auffälligen weißen Schnurrhaare.
Füttern fördert die Ausbreitung
Nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde finden Nutrias in der Natur ausreichend Nahrung. Zusätzliche Fütterungen führen dazu, dass sich die Tiere auch an ungeeigneten Standorten dauerhaft ansiedeln und ihre Bestände weiter wachsen. Außerdem verlieren sie ihre natürliche Scheu vor Menschen und suchen gezielt deren Nähe.
Auch offen zugängliche Futterquellen wie Tierfutter oder Komposthaufen in Gewässernähe sollten möglichst vermieden werden.
Mit dem Verzicht auf das Füttern könne jeder dazu beitragen, Schäden an Gewässern, Deichen, landwirtschaftlichen Flächen und ökologisch wertvollen Lebensräumen zu begrenzen, so der Kreis Groß-Gerau.
Weitere Informationen und ein Merkblatt zur Nutria stellt der Kreis Groß-Gerau auf seiner Internetseite zur Verfügung.
(KREIS GROSS-GERAU – RED/PSKGG)
