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Freiraumwettbewerb stärkt UNESCO-Welterbestätte Darmstadt
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat das Ergebnis des europaweit ausgeschriebenen freiraumplanerischen Wettbewerbs für die Gestaltung der Freiflächen am Osthang der UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe bekanntgegeben. Zwei Berliner Landschaftsarchitekturbüros – TDB Landschaft sowie capattistaubach urbane landschaften – wurden jeweils mit einem ersten Preis ausgezeichnet.
Der Wettbewerb betrifft die künftige Gestaltung der Parkflächen rund um das geplante Informationszentrum der UNESCO-Welterbestätte Mathildenhöhe Darmstadt. Ziel war die Entwicklung eines nachhaltigen, denkmalgerechten und klimaangepassten Freiraums, der den ökologisch wertvollen Baumbestand bewahrt und zugleich eine qualitätsvolle Besucherführung sowie hohe Aufenthaltsqualität ermöglicht.
Hohe Anforderungen an Gestaltung und Klimaanpassung
Oberbürgermeister Hanno Benz betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt: Die Weiterentwicklung der UNESCO-Welterbestätte sei von großer Relevanz. Die prämierten Entwürfe zeigten, wie sich der vorhandene Baumbestand sensibel sichern und gleichzeitig eine überzeugende Freiraumgestaltung entwickeln lasse.
Der Erhalt des Baumbestands war eines von sieben gleichrangigen Bewertungskriterien. Ebenso berücksichtigt wurden die gestalterische Qualität des Gesamtkonzepts, die denkmalgerechte Einbindung in den Kontext der Welterbestätte, Barrierefreiheit, Funktionalität sowie Aspekte der Klimaanpassung und Biodiversität.
Stadtplanungs- und Grünflächendezernent Michael Kolmer erklärte, Ziel sei es gewesen, den Charakter des Osthangs als grüne Lunge zu bewahren und zugleich einen zeitgemäßen Parkraum zu schaffen. Klimaanpassung durch Regenwasserrückhaltung, Förderung der Biodiversität und ein sensibler Umgang mit dem Bestand stünden gleichberechtigt neben gestalterischer Qualität und denkmalpflegerischer Verantwortung.
Zwei unterschiedliche Konzepte überzeugen
TDB Landschaft formuliert unter dem Leitmotiv „Naturhain am Osthang – ein Park für alle“ einen landschaftlich geprägten Freiraum, der das Informationszentrum in großzügige Pflanz- und Baumbereiche einbettet.
capattistaubach urbane landschaften entwickeln eine differenzierte Raumabfolge aus klar gefasstem Vorbereich und naturnah gestaltetem „Waldpark Mathildenhöhe“. Beide Konzepte stärken die Aufenthaltsqualität und integrieren Maßnahmen zur Verbesserung von Mikroklima und Artenvielfalt.
Mit einem dritten Preis wurde das Büro Planorama aus Berlin ausgezeichnet. Anerkennungen gingen an A24 Landschaft aus Berlin sowie GTL Landschaftsarchitektur aus Kassel.
56 Bewerbungen, 19 eingereichte Arbeiten
Insgesamt hatten sich 56 Büros um die Teilnahme beworben. 20 wurden im Losverfahren ausgewählt, 19 reichten einen Wettbewerbsbeitrag ein. Das Preisgericht setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern des Magistrats, der Fachverwaltung, externen Fachpreisrichterinnen und -richtern aus Landschaftsarchitektur und Denkmalpflege, dem UNESCO-Umfeld sowie weiteren Sachverständigen zusammen. Den Vorsitz führte Prof. Dr. Constanze Petrow von der Hochschule Geisenheim University.
Die Jury würdigte die hohe Qualität und die intensive Auseinandersetzung mit der anspruchsvollen Aufgabenstellung. Eine sensible Inwertsetzung des ökologisch wertvollen Areals unter Berücksichtigung gestalterischer, funktionaler und denkmalpflegerischer Anforderungen sei überzeugend gelungen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird nun mit den beiden ersten Preisträgern in Verhandlungen eintreten. Auf Grundlage der Empfehlungen des Preisgerichts sollen die Entwürfe überarbeitet werden. Anschließend wird über die Beauftragung entschieden.
Alle Wettbewerbsarbeiten sind vom 17. Februar bis 1. März 2026 im Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe öffentlich zu sehen. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen zum UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe sind auf der Website der Stadt Darmstadt abrufbar: www.darmstadt.de
(DARMSTADT – RED/PSD/ho)