Frankfurt kämpft, Mainz im Aufwind, Offenbach unter Druck, Wehen im Finale
Von Stephan Köhnlein – Die große Eintracht tut sich schwer, Mainz befindet sich im Aufwind, in Offenbach wird gezittert und bei Wehen Wiesbaden freut man sich auf ein Finale und den Besuch des Rekordmeisters – so sieht es derzeit bei den vier anderen großen Vereinen im Rhein-Main-Gebiet aus.
Frankfurt
Sieben Punkte aus den vier Spielen im März, dazu eine bittere 1:2-Derby-Niederlage gegen Mainz und weiter Bangen um die Teilnahme an der Europa League, damit die Saison nicht komplett verkorkst wird – auch unter dem neuen Cheftrainer Albert Riera ist Eintracht Frankfurt bislang kein grundlegender Aufwärtstrend gelungen. Doch ungeachtet der unklaren sportlichen Lage laufen die Personalplanungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren.
Mario Götze, Weltmeister von 2014 und mit 33 Jahren mittlerweile im Herbst seiner Karriere angekommen, wird wohl einen neuen Vertrag erhalten. Dagegen spielt Ex-Nationalspieler Mahmoud „Mo“ Dahoud in der kommenden Saison nicht mehr für die Adler. Der Vertrag des 30 Jahre alten Mittelfeldspielers, der 2024 aus Brighton nach Hessen kam, läuft am Saisonende aus und wird nicht verlängert. Unter Riera hatte Dahoud einen schweren Stand, zählte bei der Niederlage in Mainz gar nicht zum Aufgebot. Offen für einen Wechsel zeigte sich auch Hugo Larsson (21). In dieser Bundesligasaison kommt der im Sommer 2023 von Malmö FF verpflichtete zentrale Mittelfeldspieler in 20 Spielen auf ein Tor und zwei Vorlagen.
Mainz
Weiter im Aufwind befindet sich der 1. FSV Mainz 05, der den März ohne Niederlage überstand. In der Liga gab es ein Remis und zwei Siege – darunter das umjubelte 2:1 im Derby über Eintracht Frankfurt durch zwei Tore von Paul Nebel. Damit vergrößerte das Team von Trainer Urs Fischer die Distanz zu den Abstiegsrängen und schob sich ins hintere Mittelfeld der Tabelle.
Auf europäischer Ebene gab es derweil den bislang größten Erfolg der Vereinsgeschichte: In der Conference League zog das Team dank eines 2:0-Erfolgs gegen Sigma Olmütz erstmals in ein Viertelfinale ein. Nach einem 0:0 im Hinspiel brach Innenverteidiger Stefan Posch unmittelbar nach der Pause per Kopf den Bann. Offensivspieler Armindo Sieb sorgte in der 83. Spielminute für den 2:0-Endstand. Im April geht es nun gegen Racing Straßburg. Die Paarung ist auch für die Fans beider Lager attraktiv: Straßburg und Mainz trennen gerade mal 200 Kilometer.
Offenbach
Finale verfehlt: Die Kickers aus Offenbach sind im Halbfinale des Hessenpokals gegen Liga-Konkurrent SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ausgeschieden. Bei der Partie am Bieberer Berg setzten sich die Gäste im Elfmeterschießen mit 3:2 durch. Immerhin gab es in der Liga zuletzt ein Erfolgserlebnis. Gegen Drittliga-Absteiger SV Sandhausen fuhr man einen 2:0-Heimsieg ein. Damit gewann das Team erstmals unter dem neuen Trainer Mark Zimmermann, der am 12. März Nachfolger des freigestellten Kristjan Glibo wurde.
Der 52-jährige Zimmermann trainierte in der Saison 2024/25 den Halleschen FC und führte ihn auf Platz zwei der Regionalliga Nordost. Als Spieler war er in neun Bundesliga-Spielen für Unterhaching aktiv, bestritt zudem 187 Zweitliga-Spiele unter anderem für Jena, Aachen und die Stuttgarter Kickers. Im Kampf um den Klassenerhalt muss er allerdings auf Spielführer Maximilian Rossmann verzichten. Der Defensivspieler erlitt beim 1:3 gegen die SG Sonnenhof Großaspach einen Riss der linken Patellasehne.
Wehen Wiesbaden
Nach einem 4:0 bei Verbandsligist Germania Ober-Roden steht Wehen Wiesbaden im Finale des Hessenpokals. Das Endspiel findet am 23. Mai im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach gegen SG Barockstadt Fulda-Lehnerz statt. Der Gewinner qualifiziert sich für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal.
In der Liga hat der SVWW noch Hoffnungen, in den Aufstiegskampf einzugreifen. Acht Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf Relegationsrang drei sechs Punkte. So oder so wird es im Sommer etwas zu feiern geben, denn der SV Wehen wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Am Samstag, den 25. Juli, empfängt der SVWW deswegen Rekordmeister FC Bayern München in der Brita-Arena in Wiesbaden.
Jenseits der Lilien – Neues aus Frankfurt, Mainz, Offenbach und Wehen
Stephan Köhnlein ist Chefredakteur des unabhängigen Online-Magazins Lilienblog rund um den SV Darmstadt 98. Hier in dieser Rubrik richtet er jeden Monat den Blick über die Lilien hinaus auf die anderen Fußballvereine im Rhein-Main-Gebiet.
