Hessen war 2025 von 603 Meldungen betroffen
Die Landeskontaktstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt hat im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Meldungen zu potenziell gesundheitsschädlichen Produkten aus europäischen Schnellwarnsystemen ausgewertet. Hessen war dabei von insgesamt 603 Vorgängen betroffen.
Den größten Anteil machten erneut Lebensmittel aus. Etwa jede zehnte Meldung betraf hingegen andere Verbraucherprodukte wie Kosmetika oder Spielzeug.
Lebensmittel häufig wegen Keimen oder Pestiziden beanstandet
Bei Lebensmitteln standen 2025 insbesondere Obst und Gemüse, Süßwaren sowie Kräuter und Gewürze im Fokus der Beanstandungen. Weitere häufig betroffene Produktgruppen waren Fleisch- und Fleischerzeugnisse, Getreide- und Eierprodukte, Nüsse und Öle sowie Babynahrung und Nahrungsergänzungsmittel.
Die meisten Meldungen erfolgten wegen nachgewiesener Krankheitserreger, vor allem Salmonellen oder Listerien. Auch Fremdkörper in Lebensmitteln bleiben ein Problem. Bei Obst und Gemüse wurden zudem häufig erhöhte Pestizidbelastungen festgestellt.
Bei Verbraucherprodukten betrafen die Meldungen in Hessen vor allem Kosmetika und Tätowiermittel. Hier waren meist Schwermetalle oder Weichmacher der Grund für Beanstandungen.
Öffentliche Warnungen und Rückrufe
In vielen Fällen mussten Unternehmen öffentliche Warnungen herausgeben, weil betroffene Produkte bereits in den Handel gelangt waren. Die Landeskontaktstelle sorgt dann dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher informiert werden und veröffentlicht entsprechende Rückrufe auf der Plattform
Lebensmittelwarnung.de.
Über die zugehörige App können Nutzerinnen und Nutzer sofort über neue Warnmeldungen informiert werden. Die Anwendung ist kostenlos und ermöglicht es, Warnungen nach Bundesland oder Produktkategorie zu filtern.
Koordination zwischen Behörden
Wenn Hessen von einer Meldung betroffen ist, informiert die Landeskontaktstelle die zuständigen Behörden und koordiniert die weiteren Maßnahmen. Die örtlichen Lebensmittelüberwachungsbehörden prüfen vor Ort, ob betroffene Produkte aus dem Verkauf genommen wurden.
Bei überregionalem Vertrieb werden die Informationen außerdem an andere Bundesländer, EU-Mitgliedstaaten und weitere Partner im Schnellwarnsystem weitergegeben.
Hintergrund zu den EU-Schnellwarnsystemen
Zu den wichtigsten Instrumenten zählen das EU-Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) sowie das System Safety Gate für gefährliche Non-Food-Produkte. Beide dienen dem schnellen Austausch von Informationen über Produkte mit möglichen Gesundheits- oder Sicherheitsrisiken.
Für Hessen ist die Landeskontaktstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt zentrale Koordinationsstelle für diese Meldungen.
Weitere Informationen stellt das Regierungspräsidium Darmstadt online zur Verfügung.
Zum Schnellwarnsystem: www.lebensmittelwarnung.de
(DSARMSTADT – RED/RPDA)