Ehemaliger Software-AG-Campus soll Standort für Technologie, KI und junge Unternehmen werden
Schon vor 25 Jahren hat sich Christian Kirk in die Immobilie verliebt – den ehemaligen Unternehmenssitz der Software AG in Darmstadt-Eberstadt. „Die Immobilie ist einzigartig in Deutschland. Hier fühlt man sich sofort wohl. Die Architektur ist traumhaft schön. Es war unglaublich innovativ, was der Gründer der Software AG Peter Schnell vor über 40 Jahren geschaffen hat“, schwärmt Kirk. Die Gebäude liegen in einer großzügigen Grünanlage. Es gibt einen direkten Autobahnanschluss, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie rund 400 Auto- und 200 Fahrradstellplätze.
Nun soll auf dem traditionsreichen Gelände mit dem „The Valley Business Campus“ ein neuer Ort für Innovation, Unternehmergeist und Zusammenarbeit entstehen – inspiriert vom Gedanken des Silicon Valley. „Auch dort sollen Ideen, Unternehmen und Initialzündungen für die Welt entstehen. Ich möchte Menschen zusammenbringen und weiterentwickeln“, so Kirk.
Bei der Ausschreibung für das Areal setzte sich der Investor gegen 93 Mitbewerber durch. Besonders wichtig ist ihm der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und seiner architektonischen Identität. Die Bausubstanz sei exzellent, die hochwertige Innenausstattung außergewöhnlich gut erhalten. Die letzte Sanierung liegt rund zehn Jahre zurück. „Das ist ganz großes Kino“, sagt der Darmstädter Unternehmen. Deshalb seien nur vergleichsweise geringe Sanierungen notwendig – vor allem individuelle Anpassungen für zukünftige Mieter, etwa zusätzliche Trennwände.
Im Zentrum des Konzepts steht die Entwicklung eines modernen, technologisch hoch ausgestatteten Innovationscampus. Eine leistungsfähige Daten- und Netzwerkinfrastruktur soll optimale Voraussetzungen für künstliche Intelligenz und datengetriebene Geschäftsmodelle schaffen. Dafür wurde in die digitale Infrastruktur investiert. Es gibt mehrere Glasfaserleitungen Richtung Frankfurt, eine Stromversorgung mit bis zu zwei Megawatt sowie eine sehr schnelle WLAN-Technologie.
Gleichzeitig verfolgt Kirk einen ganzheitlichen Ansatz: Der Campus soll nicht nur ein Arbeitsplatz sein, sondern ein Ort, an dem Menschen gerne Zeit verbringen. Geplant sind deshalb neben modernen Büroflächen auch Fitness- und Health-Care-Angebote, Aufenthaltsbereiche sowie Gastronomie. Ein Restaurant und ein Bistro sollen entstehen, passende Betreiber wurden bereits gefunden. Durch den benachbarten Waldorfkindergarten und die Waldorfschule besteht zudem ein Betreuungsangebot für Familien.
Zu den Interessenten zählen bereits Anbieter aus dem medizinischen Bereich, wie Arztpraxen, Physiotherapie, Osteopathie und Fitness. Ergänzt wird das Angebot durch Konferenz- und Eventräume für bis zu 100 Personen. Angeboten werden flexible Bürolösungen – vom Co-Working-Space bis hin zu voll ausgestatteten Büros mit umfassendem Full-Service-Angebot inklusive Sekretariatsleistungen, 24-Stunden Sicherheitsservice und digitaler Infrastruktur.
Im Fokus stehen junge, wachstumsorientierte Unternehmen aus den Bereichen Technologie, KI, Digitalwirtschaft und Kreativwirtschaft – ebenso wie etablierte Firmen. Der Campus soll ein neues Innovationszentrum für Darmstadt werden und den Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.
Die Nachfrage nach den Flächen ist bereits jetzt hoch: Rund die Hälfte der 15.000 Quadratmeter sind schon vermietet. Bis Ende des Jahres rechnet Kirk mit einer Vollvermietung. Für den Sommer ist zudem ein Tag der offenen Tür geplant. Denn auch in der Bevölkerung besteht ein großes Interesse, das Projekt kennenzulernen.
Von Martina Noltemeier
