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Stadt bestätigt Kriminalitätsschwerpunkt / Fallzahlen deutlich höher als an anderen Plätzen
Wie die Wissenschaftsstadt Darmstadt mitteilt, wird die Videoüberwachung auf dem Luisenplatz für zwei weitere Jahre fortgeführt. Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey betont die klare Haltung der Stadt:
„Für mich ist klar: Ich stehe zur Videoüberwachung und mache mich für ihre Fortführung stark. Kein anderer Bereich in Darmstadt ist ähnlich stark von Straftaten betroffen wie der Luisenplatz.“
Nach § 14 Abs. 3 HSOG muss alle zwei Jahre geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Videoüberwachung weiterhin vorliegen. Die aktuelle Überprüfung bestätigt: Der Luisenplatz ist nach wie vor ein Kriminalitätsschwerpunkt – insbesondere mit Blick auf Körperverletzungen, Diebstähle und Straßenkriminalität.
Neue Rechtslage erleichtert Fortführung
Seit Dezember 2024 erlaubt das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) Videoüberwachung auch an Orten, die aufgrund ihrer Lage und Frequentierung als besonders anfällig für Straftaten gelten oder als sogenannte Angsträume eingestuft werden.
In der KOMPASS-Umfrage 2022 wurde der Luisenplatz als jener Ort genannt, an dem sich die meisten Befragten subjektiv unsicher fühlen. Eine Meidung des Platzes sei aufgrund seiner Funktion als zentraler ÖPNV-Knotenpunkt kaum möglich – ein zusätzlicher Aspekt, der die Fortführung rechtlich stützt.
Vergleichszahlen bestätigen Kriminalitätsschwerpunkt
Die hessische Polizei hat die Fallzahlen der Straßenkriminalität der Jahre 2022 bis 2024 für drei zentrale Darmstädter Plätze erfasst:
Straßenkriminalität – Vergleichszahlen 2022–2024
| Tatort / Jahr | Luisenplatz | Marktplatz | Platz der Deutschen Einheit |
|---|---|---|---|
| 2022 | 123 | 27 | 76 |
| 2023 | 177 | 44 | 63 |
| 2024 | 162 | 30 | 79 |
Der Luisenplatz liegt in allen drei Jahren deutlich über den Vergleichsflächen – mit teils mehr als dem Fünffachen der Fallzahlen des Marktplatzes.
Detailauswertung: Straftaten nach Deliktsgruppen
Auch die Verteilung der Delikte belegt erneut eine hohe Belastung im Bereich der Straßenkriminalität.
Deliktsverteilung Luisenplatz 2022–2024
| Straftat | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|
| Straftaten gegen das Leben | 0 | 1 | 1 |
| Rohheitsdelikte | 55 | 87 | 67 |
| Diebstahl | 49 | 64 | 81 |
| Betäubungsmittelgesetz | 14 | 11 | 6 |
| Sachbeschädigung | 3 | 5 | 1 |
| Sexualdelikte | 2 | 9 | 7 |
Besonders auffällig ist der kontinuierliche Anstieg im Bereich Diebstahl, während die Betäubungsmittelkriminalität weiter zurückgeht – ein Rückgang, der nach Einschätzung der Polizei auf einen Verdrängungseffekt durch die Videoüberwachung zurückzuführen ist.
Bedeutung der Videoüberwachung für Ermittlungen
Die Videoüberwachung hat sich auch in Ermittlungsverfahren als wertvolles Instrument erwiesen. So konnte im Jahr 2023 beim Tötungsdelikt an einem Obdachlosen der Täter mithilfe der Videoaufnahmen identifiziert werden.
Fazit der Polizei: Verdrängung statt Ausweitung
Die Polizei sieht keine übergreifende Verlagerung von Straftaten in andere Stadtgebiete. Zwar hat sich ein Teil der Drogenszene vom Luisenplatz entfernt, jedoch nur in abgeschwächter Form in andere Bereiche. Dem wird mit verstärkten Kontrollen begegnet.
Ordnungsdezernent Wandrey stellt klar:
„Der Luisenplatz bleibt aufgrund seiner Fallzahlen ein Kriminalitätsschwerpunkt. Die Videoüberwachung ist notwendig und wird fortgesetzt – für mehr Sicherheit und ein besseres Sicherheitsempfinden der Menschen in unserer Stadt.“
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)