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Queere Wahlprüfsteine zu Soziales, Bildung, Infrastruktur und Sicherheit
Der Darmstädter Verein vielbunt e.V. nimmt die hessische Kommunalwahl am 15. März 2026 zum Anlass, konkrete Forderungen an die Stadtpolitik zu formulieren. Die Vorschläge sollen als Wahlprüfsteine veröffentlicht werden und Bürgerinnen und Bürgern eine Orientierung bieten, wie sich Parteien zu queeren Themen positionieren.
Der gemeinnützige Verein engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2010 ehrenamtlich für ein vielfältiges und tolerantes Darmstadt. vielbunt versteht sich als Ansprechpartner und Sprachrohr für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter und queere Menschen und gestaltet das queere Leben in der Stadt aktiv mit.
Soziale Sicherheit, Gesundheit und Bildung im Fokus
Ein Schwerpunkt der Forderungen liegt auf sozialer Sicherheit und Gesundheitsversorgung. vielbunt fordert gezielte Hilfen für LSBT*IQ-Jugendliche, die aufgrund von Diskriminierung oder Gewalt ihr Zuhause verlassen müssen. Dazu gehören eine feste, spezialisierte Ansprechperson im Jugendamt sowie sichere Unterkünfte in Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe.
Auch für ältere queere Menschen sieht der Verein Handlungsbedarf. Gefordert wird ein städtisches Konzept „Queer im Alter“, das unter anderem queer-sensible Pflegeangebote, Schulungen für Pflegepersonal und soziale Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren umfasst.
Im Bereich Gesundheit spricht sich vielbunt für die Ansiedlung einer PrEP-Praxis in Darmstadt aus sowie für den Erhalt niedrigschwelliger Testangebote beim Gesundheitsamt und der Aidshilfe Darmstadt.
Im Bildungsbereich fordert der Verein regelmäßige Sensibilisierungsangebote für Mitarbeitende in Kitas und Grundschulen zu geschlechtlicher Vielfalt und Regenbogenfamilien. Zudem soll die queere Stadtgeschichte stärker erforscht und sichtbar gemacht werden.
Infrastruktur, Verwaltung und Gewaltprävention
Weitere Forderungen betreffen die öffentliche Infrastruktur. vielbunt setzt sich für Unisex-Toiletten, Duschen und Umkleiden in städtischen Gebäuden ein. Auch das Queere Zentrum Darmstadt soll umfassend barrierefrei gestaltet werden.
Auf kommunaler Ebene fordert der Verein die Stärkung der Koordinationsstelle LSBT*IQ, eine diskriminierungsfreie Verwaltungssprache sowie eine aktive Beteiligung der Stadt am hessischen „Netzwerk gegen Gewalt“ zur Prävention queerfeindlicher Übergriffe.
Unterstützung queerer Strukturen in Darmstadt
Darüber hinaus fordert vielbunt eine dritte Teilzeitstelle im Queeren Jugendzentrum, um der wachsenden Zahl an Jugendlichen gerecht zu werden, sowie eine jährliche Förderung des Christopher Street Day in Darmstadt. Der CSD werde bislang ehrenamtlich organisiert, müsse jedoch hohe Gebühren an die Stadt entrichten.
Mit den formulierten Wahlprüfsteinen will vielbunt nach eigenen Angaben den Dialog mit der Stadtpolitik stärken und dazu beitragen, dass Themen der queeren Community im Kommunalwahlkampf sichtbar bleiben.
(DARMSTADT – RED/PM7vb)