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Alina Hinz und Rabia Lore Ekim aus Aschersleben für ihr Engagement gegen das Vergessen ausgezeichnet
Wie die Stadt Reinheim mitteilt, wurde das Robert-Goldmann-Stipendium 2025 in diesem Jahr an zwei junge Frauen aus dem sachsen-anhaltischen Aschersleben vergeben. Die 19-jährigen Alina Hinz und Rabia Lore Ekim engagieren sich seit mehreren Jahren für Erinnerungskultur und die Vermittlung jüdischer Geschichte an junge Menschen.
Engagement begann mit Peer-Guide-Ausbildung
Beide Preisträgerinnen kamen vor rund vier Jahren erstmals mit der Geschichte Anne Franks und jüdischen Lebens in Berührung. Im Museum Aschersleben nahmen sie an einer Peer-Guide-Ausbildung teil und entschlossen sich anschließend, Anne-Frank-Botschafterinnen zu werden. In einem Qualifizierungsseminar vertieften sie ihr Wissen zu Diskriminierung, Nationalsozialismus und Holocaust.
Ein besonderes Vorbild für beide war die inzwischen verstorbene Zeitzeugin Margot Friedländer, die sie persönlich treffen konnten.
Stadtführung, Workshops und digitale Projekte
2022 entwickelten Alina Hinz und Rabia Lore Ekim im Rahmen eines Anne-Frank-Zentrums-Seminars zwei eigene Projekte:
- eine historische Stadtführung „Spaziergang durch die Zeit“ zu Stolpersteinen und den dazugehörigen Biografien
- einen Anne-Frank-Workshop für Schulen, der bis heute regelmäßig eingesetzt wird
Damit leisten sie kontinuierliche Bildungsarbeit – vor Ort, digital und gemeinsam mit anderen Jugendlichen.
Wertschätzung aus Reinheim und der Region
Bürgermeister Manuel Feick hob die Bedeutung ihres Engagements hervor: „Erinnerung darf nicht im Stein der Mahnmale stehen bleiben. Sie gehört in die Köpfe und Herzen – und die beiden jungen Frauen zeigen uns, wie gelebte Verantwortung heute aussieht.“
Ein Grußwort überbrachte Dr. Michael Mertes im Namen von Peter Goldmann, dem Sohn des verstorbenen Namensgebers des Stipendiums. Lehrkräfte des Stephaneums Aschersleben übersandten eine Video-Laudatio. Auch die Familien der beiden Preisträgerinnen waren zur Verleihung in Reinheim zu Gast.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden bundesweite Aufmerksamkeit erhalten: 2024 wurden sie von der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock mit dem Ehrenherz der Aktion „Ein Herz für Kinder“ ausgezeichnet.
Präsentation mit persönlichen Einblicken
Nach der Stipendienvergabe stellten die beiden Geehrten einen Kurzfilm vor – mit emotionalen Bildern aus Begegnungen mit Margot Friedländer und fröhlichen Momenten aus ihrer Jugendbildungsarbeit. Ihr Fazit: „Wir setzen uns weiter ein – gegen das Vergessen und für das Näherbringen der jüdischen Geschichte.“
Bürgermeister Feick betonte abschließend die Bedeutung des Engagements: „Reinheim ist eine Stadt, die sich ihrer Geschichte stellt und daraus Verantwortung für Gegenwart und Zukunft ableitet.“
Musikalisch wurde die Verleihung von der Reinheimer Band „Mittendrin“ begleitet.
(REINHEIM – RED/PSR)