Sicherheitsgründe nach Schäden an historischer Mauer
Wie die Stadt Groß-Gerau mitteilt, ist ein Teilstück des Weges entlang der Fasaneriemauer vorsorglich gesperrt worden. Betroffen ist der Abschnitt zwischen der Wilhelm-Hammann-Straße und dem Ein- und Ausgang an der Brunecker Straße.
Auch die Zugänge in diesem Bereich bleiben bis auf Weiteres geschlossen.
Schäden an rund 300 Jahre alter Mauer
Grund für die Sperrung sind Schäden an der historischen Mauer. Bei einer Begehung mit einem Statiker wurden Sicherheitsrisiken festgestellt.
So wölbt sich die etwa 300 Jahre alte Mauer stellenweise nach außen. Zudem haben sich an einer Stelle mehrere Steine von der Mauerkrone gelöst.
Das zuständige Amt für Straßenbau und Grünflächen arbeitet nach Angaben der Stadt an einer Lösung, um den Weg schnellstmöglich wieder öffnen zu können.
Historische Anlage mit langer Geschichte
Die Fasanerie in Groß-Gerau entstand zwischen 1722 und 1726 als Jagdrevier der Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Auf rund 30 Hektar wurden damals unter anderem Fasane sowie Dam- und Rotwild gehalten.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich und entwickelte sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet.
Besonders bemerkenswert ist die Baugeschichte der Mauer: Für ihren Bau wurden unter anderem Steine des zerstörten Dornberger Schlosses verwendet. Dieses war im Jahr 1689 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs in Brand gesetzt worden.
Teilweise stammen die verbauten Steine sogar aus einem römischen Kastell aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, was die historische Bedeutung der Anlage zusätzlich unterstreicht.


