Frauenkooperationen ziehen ins Gemeindezentrum in Bessungen ein
Die Evangelische Andreasgemeinde in Darmstadt-Bessungen hat eine langfristige Perspektive für ihr Gemeindezentrum in der Paul-Wagner-Straße gefunden. Künftig werden die Frauenkooperationen mit dem Frauenzentrum, Frauen Kulturzentrum, Frauen e.V. sowie der BAFF-Frauen-Kooperative das Gebäude nutzen. Gleichzeitig bleibt das Gemeindezentrum weiterhin ein wichtiger Ort für Gottesdienste, kirchliche Veranstaltungen und Begegnungen im Stadtteil.
Wie die Verantwortlichen mitteilen, soll das Grundstück im Rahmen einer Erbbaurechtsregelung an die Wissenschaftsstadt Darmstadt übergehen. Die Stadt wird das Gebäude den Frauenkooperationen zur Nutzung überlassen. Die endgültige Umsetzung steht noch unter dem Vorbehalt entsprechender Beschlüsse.
Gemeindezentrum bleibt Begegnungsort für Bessungen
Für die Andreasgemeinde bedeutet die Vereinbarung, dass der Kirchsaal weiterhin für Gottesdienste, Andachten und Gemeindeveranstaltungen genutzt werden kann. Auch zahlreiche Vereine, Gruppen und Initiativen sollen weiterhin Räume im Gebäude nutzen können.
Dazu zählen unter anderem der Karnevalsverein Bessungen, die Initiative Viva Vittoria, die äthiopische Gemeinde, der Instrumentalverein sowie Veranstaltungen aus dem kulturellen und ökumenischen Bereich.
„Die Andreasgemeinde bleibt Heimat und bietet Begegnungsfläche für den Sozialraum Bessungen“, betonen die Verantwortlichen.
Hintergrund ist der Reformprozess der EKHN
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem Reformprozess „EKHN 2030“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dabei werden kirchliche Gebäude neu bewertet. Gebäude, die künftig nicht mehr durch Kirchensteuermittel finanziert werden, benötigen neue Nutzungs- und Finanzierungskonzepte.
Das Gemeindezentrum der Andreasgemeinde gehört zu diesen Gebäuden. Durch die Kooperation mit den Frauenkooperationen soll der Standort langfristig erhalten bleiben und weiterhin gemeinwohlorientiert genutzt werden.
Bedeutung für neue Wohnquartiere
Die Andreasgemeinde sieht ihre Rolle auch im Hinblick auf die benachbarten Quartiere Lincoln-Siedlung und Ludwigshöhviertel. Dort engagiert sich die Gemeinde seit Jahren für Begegnung, Quartiersarbeit und die Integration neuer Bewohnerinnen und Bewohner.
Mit dem Erhalt des Gemeindezentrums bleibe ein wichtiger Ort für soziale, kulturelle und kirchliche Angebote im Darmstädter Süden bestehen.
Neue Nutzung ab Herbst geplant
Die Frauenkooperationen sollen die Räume des Gemeindezentrums schrittweise übernehmen. Für den Herbst sind zunächst weitere Umbauarbeiten vorgesehen, insbesondere im Bereich der Küche.
Nach Angaben der Beteiligten läuft die Zusammenarbeit bereits seit mehreren Monaten in der Praxis. Die gemeinsame Nutzung der Räume werde derzeit abgestimmt und soll künftig vertraglich geregelt werden.
Fusion zur Hoffnungsgemeinde ab 2027
Parallel dazu wird die Andreasgemeinde Teil des neuen Nachbarschaftsraums City-Süd. Ab Januar 2027 sollen die Andreas-, Paulus-, Petrus-, Matthäus- und Stadtkirchengemeinde zur neuen „Hoffnungsgemeinde“ zusammengeführt werden.
Die Verantwortlichen sehen in der Kooperation zwischen Kirche, Stadt und Frauenkooperationen ein Modell für die Zukunft. Ziel sei es, kirchliche Räume zu erhalten und gleichzeitig neue soziale und kulturelle Angebote im Stadtteil zu ermöglichen.
(DARMSTADT – RED/PM)
