Gemeinde bittet Anwohner bei Verdacht auf Befall um schnelle Meldung
In der Alten Bergstraße in Jugenheim ist ein Vorkommen der Großen Drüsenameise (Tapinoma Magnum) festgestellt worden. Ein von der Gemeinde Seeheim-Jugenheim beauftragter Gutachter bestätigte den Befall. Die Bekämpfung im öffentlichen Bereich hat bereits begonnen, zudem sind regelmäßige Kontrollen geplant.
Anwohner sollen Grundstücke überprüfen
Betroffen ist derzeit die Alte Bergstraße zwischen dem Feuerwehrstützpunkt Jugenheim und der Kreuzung Bickenbacher Straße. Die Anwohner wurden bereits angeschrieben. Auch Eigentümer in der Saarstraße, Gutenbergstraße und Bahnhofstraße werden gebeten, ihre Grundstücke auf einen möglichen Befall zu kontrollieren.
„Wir wollen hier mit einer guten Aufklärung erreichen, dass ein Befall schnellstmöglich erkannt wird und so die Ausbreitung eingedämmt werden kann“, erklärt Lisa Dönges vom Bereich Umwelt und Klima. Bei Bedarf können Grundstücke auf das Vorkommen der Ameisenart überprüft werden.
Schäden an Wegen und Gebäuden möglich
Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Große Drüsenameise breitet sich seit einigen Jahren auch in Deutschland aus. Anders als heimische Ameisenarten bildet sie Superkolonien mit mehreren Königinnen und kann Gehwege, Einfahrten sowie technische Infrastruktur beschädigen. In anderen Kommunen kam es bereits zu Schäden an öffentlichen Einrichtungen sowie zu Strom- und Internetausfällen.
Erkennen lässt sich die Art unter anderem an ihrem Geruch nach Aceton oder Zitrusfrüchten, wenn einzelne Tiere zerdrückt werden. Außerdem unterscheiden sich die Arbeiterinnen innerhalb einer Kolonie deutlich in ihrer Größe.
Heimische Ameisen nicht vorsorglich bekämpfen
Die Gemeinde weist darauf hin, heimische Ameisenarten nicht vorsorglich zu bekämpfen. Sie sind natürliche Konkurrenten der Großen Drüsenameise und erfüllen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Eine gezielte Bekämpfung sollte erst erfolgen, wenn die Art eindeutig bestimmt wurde.
Während die Gemeinde die Bekämpfung auf öffentlichen Flächen übernimmt, sind Grundstückseigentümer auf Privatflächen selbst verantwortlich. Bei kleineren Nestern kann heißes Wasser helfen, bei stärkerem Befall sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Wer einen Verdacht auf Tapinoma Magnum hat, sollte sich möglichst schnell an die Gemeindeverwaltung wenden. Zusätzlich können Fotos oder Videos über den kostenfreien Bestimmungsservice des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) eingereicht werden.
Kontakt: Lisa Dönges, Bereich Umwelt und Klima, Tel. 06257/990-206, E-Mail lisa.doenges@seeheim-jugenheim.de.
Weitere Informationen zum Bestimmungsservice gibt es unter:
www.hlnuh.de/grosse-druesenameise
(RED / PM / Sabine Milewski, Gemeindeverwaltung Seeheim-Jugenheim)
Beitragsbild: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) – A. Bellersheim
