Fotogalerie: Arthur Schönbein erlebt und fotografiert die Totalität im nordspanischen Castrojeriz
Für rund eineinhalb Minuten verschwand die Sonne vollständig hinter dem Mond: Am Mittwochabend, 12. August, war über Teilen Spaniens eine totale Sonnenfinsternis zu erleben. Während in Darmstadt und im Rhein-Main-Gebiet eine tiefe partielle Sonnenfinsternis mit einer Bedeckung von fast 90 Prozent zu sehen war, reiste Arthur Schönbein für DA.news gezielt in den Kernschatten nach Nordspanien. Nach tagelanger Beobachtung der Wetterentwicklung fiel die Entscheidung erst kurzfristig auf Castrojeriz – und erwies sich als richtig.
Der kleine Ort am Jakobsweg liegt auf mehr als 700 Metern Höhe und bot am Mittwochabend optimale Bedingungen. Freie Sicht in Richtung der tief stehenden Sonne und ein wolkenloser Himmel ermöglichten es, die verschiedenen Phasen der Finsternis bis zur Totalität zu beobachten und zu fotografieren.
„Weil die Finsternis auch in Deutschland mit bis zu fast 90 Prozent gut sichtbar war, wollte ich bewusst in den Kernschatten reisen und mich auf die Totalität konzentrieren, die hier in Spanien knapp über 1:30 Minuten gedauert hat“, berichtet Schönbein.
Wenn aus einer partiellen eine totale Sonnenfinsternis wird
Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht und dabei die Sonnenscheibe verdeckt. Entscheidend für das Erlebnis ist jedoch der Standort. Außerhalb des schmalen Kernschattens bleibt selbst bei einer sehr hohen Bedeckung immer ein Teil der Sonne sichtbar. Innerhalb des Kernschattens wird die Sonnenscheibe dagegen für kurze Zeit vollständig vom Mond bedeckt.
Genau dieser Moment der Totalität macht eine totale Sonnenfinsternis zu einem außergewöhnlichen Naturereignis. Die Landschaft verdunkelt sich innerhalb kurzer Zeit deutlich, die Temperaturen können sinken und am Himmel werden Sterne und Planeten sichtbar. Gleichzeitig erscheint um die schwarze Mondscheibe die sonst vom hellen Sonnenlicht überstrahlte äußere Atmosphäre der Sonne, die Korona.
„Eine ganz besondere Dunkelheit“
Auch für Schönbein war vor allem die Veränderung der Umgebung während der Totalität beeindruckend.
„Die Totalität war ein sehr bewegendes Ereignis. Eine ganz besondere Dunkelheit, Sterne waren sichtbar, aber nicht so, wie man es nachts kennt. Es ist schwer zu beschreiben, ich freue mich, es erlebt zu haben.“
Dabei war der DA.news-Fotograf in Castrojeriz keineswegs allein. Die guten Bedingungen und die Lage innerhalb des Kernschattens hatten weitere Sonnenfinsternis-Beobachter angelockt. Einige von ihnen waren mit umfangreicher astronomischer Ausrüstung und großen Teleskopen angereist.
Trotzdem wurde es im entscheidenden Moment ungewöhnlich ruhig.
„Um uns herum waren einige weitere Beobachter, teils mit riesigen Fernrohren. Während der Totalität war es absolut still, danach gab es Applaus. Eine großartige, friedliche, fast feierliche Atmosphäre“, beschreibt Schönbein die knapp eineinhalb Minuten im Schatten des Mondes.
Der Standort wurde erst kurzfristig festgelegt
Dass DA.news die Sonnenfinsternis schließlich aus Castrojeriz dokumentieren würde, stand lange nicht fest. In den Tagen vor dem Ereignis wurden Wetterprognosen und insbesondere die erwartete Bewölkung entlang der Totalitätszone verfolgt. Noch am Mittwoch war die Möglichkeit eingeplant, den Standort kurzfristig zu wechseln.
Am Ende war das nicht notwendig. Castrojeriz bot beste Voraussetzungen – und damit auch die Gelegenheit, eines der seltensten und eindrucksvollsten astronomischen Ereignisse aus dem Kernschatten heraus festzuhalten.
Unsere Fotogalerie zeigt die totale Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 aus Castrojeriz in Nordspanien – fotografiert von Arthur Schönbein für DA.news.
(Castrojeriz – RED/as)
Fotografie: Arthur Schönbein

