Wissenschaftsstadt Darmstadt überlässt Räume im UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung kehrt an ihren angestammten Sitz auf der Mathildenhöhe zurück. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Akademie haben einen Vertrag über die Überlassung von Räumen im Großen Haus Glückert unterzeichnet. Damit wird die Verbindung zwischen Darmstadt und einer der bedeutendsten literarischen Institutionen Deutschlands weiter gestärkt.
Das Große Haus Glückert ist Teil des UNESCO-Welterbes Mathildenhöhe und zählt zu den wichtigsten Orten der Darmstädter Kulturgeschichte.
„Mit diesem Vertragsabschluss bekennen wir uns nicht nur zum Schutz und zur Pflege eines herausragenden Kulturdenkmals, sondern auch zu seiner lebendigen kulturellen Nutzung“, erklärt Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz. „Die Mathildenhöhe ist für Darmstadt nicht museal, sondern ein Ort des Aufbruchs, der Auseinandersetzung und der Gegenwart. Dass hier die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wieder arbeiten wird, passt in besonderer Weise zu unserer Stadt und zu unserem Verständnis von kultureller Verantwortung.“
Bedeutendes Zeugnis des Darmstädter Jugendstils
Das Große Haus Glückert wurde 1901 von Architekt Joseph Maria Olbrich für den Hofmöbelfabrikanten Julius Glückert entworfen. Es gehört zu den prägenden Gebäuden der Mathildenhöhe und ist ein bedeutendes Beispiel des Darmstädter Jugendstils.
Da das Gebäude den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstand, besitzt es bis heute eine besondere Authentizität. Sein ursprünglicher Charakter als Ausstellungs- und Repräsentationshaus ist weiterhin erlebbar.
Ort für Sprache, Literatur und kulturellen Austausch
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat ihren Sitz in Darmstadt und widmet sich der Pflege und Förderung der deutschen Sprache und Literatur. Besonders bekannt ist die Akademie unter anderem durch die Vergabe des Georg-Büchner-Preises, eines der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.
„Die Unterstützung der Akademie ist für uns Ausdruck eines kulturpolitischen Selbstverständnisses, das die Verantwortung für Sprache und Bildung ernst nimmt“, betont Benz. „Gerade im Geist des Jugendstils, der in Darmstadt immer auch mit Aufbruch und bürgerschaftlichem Engagement verbunden war, verstehen wir diesen Schritt als Auftrag, kulturelle Orte lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.“
Der Vertrag wurde auf unbestimmte Dauer geschlossen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstreicht damit nach eigenen Angaben den Anspruch, die Mathildenhöhe nicht nur als historisches Erbe zu bewahren, sondern auch als lebendigen Kulturort weiterzuentwickeln.
„Das Welterbe bleibt damit ein Ort der Begegnung, der Bildung und der kulturellen Arbeit – ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart ineinandergreifen“, so Benz.
(DARMSTADT – RED/PSD/ho)
Beitragsbild: Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung haben einen Vertrag über die Überlassung von Räumen im Großen Haus Glückert auf der Mathildenhöhe unterzeichnet. v.l.n.r. Generalsekretärin Dr. Julia Cloot und Präsident Ingo Schulze von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie Oberbürgermeister Hanno Benz und Stadtkämmerer André Schellenberg von der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Foto: Stadt Darmstadt
