Archive, Bibliotheken und Museen trainieren am 12. August gemeinsam für den Ernstfall
Der Notfallverbund Darmstädter Archive, Bibliotheken, Museen und wissenschaftlichen Institutionen führt am Mittwoch, 12. August 2026, eine großangelegte Übung am und im Kunstdepot Darmstadt durch. Dabei soll die Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt werden.
Der spartenübergreifende Notfallverbund wurde 2015 gegründet. Seine Aufgabe ist es, bei Bränden, Überschwemmungen, Wasserschäden und anderen Notfällen gemeinsam für die Rettung und Erstversorgung von Kulturgütern zu sorgen. Gerade die ersten Maßnahmen nach einem Schadensereignis können entscheidend dafür sein, ob und in welchem Umfang wertvolle Bestände erhalten werden können.
Wie wichtig eine solche Vorbereitung ist, haben in der Vergangenheit unter anderem das Elbe-Hochwasser 2002, der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004, der Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 und die Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal und Rheinland gezeigt. Seinen ersten realen Einsatz hatte der Darmstädter Notfallverbund im Jahr 2023 in der Außenstelle des Hessischen Wirtschaftsarchivs in Griesheim.
Kunstobjekte und durchnässte Materialien bergen
An der Übung am 12. August beteiligen sich auch verschiedene städtische Kultureinrichtungen. Unterstützung erhalten die Mitglieder des Verbunds unter anderem von der Feuerwehr Darmstadt. Bei ihr wird auch die Notfallausrüstung des Verbunds gelagert.
Ein Schwerpunkt liegt diesmal auf der Sicherung von Kunstobjekten und insbesondere großen musealen Exponaten. Darüber hinaus trainieren die Beteiligten die Bergung und Erstversorgung von wasserbeschädigten Materialien, wie sie beispielsweise in Archiven, Bibliotheken und Museen vorkommen können.
Um die Bedingungen eines tatsächlichen Wasserschadens möglichst realistisch nachzustellen, werden Übungsobjekte zuvor längere Zeit Wasser ausgesetzt. Dadurch verändern sich Volumen und Gewicht der Materialien. Gleichzeitig soll simuliert werden, wie sich einzelne Bestandteile durch die Nässe verändern oder lösen können.
Die durchnässten Objekte müssen anschließend fachgerecht für den Transport in ein Kühlhaus vorbereitet werden.
Zusammenarbeit für den Schutz des kulturellen Erbes
Die jährlich stattfindenden Übungen sollen nicht nur die praktischen Abläufe trainieren. Sie dienen auch dazu, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen zu festigen und mögliche Schwachstellen zu erkennen, bevor ein tatsächlicher Notfall eintritt.
Damit will der Notfallverbund einen wichtigen Beitrag zum Schutz des kulturellen Erbes in Darmstadt leisten.
Weitere Informationen zum Notfallverbund und seinen Mitgliedern gibt es auf der Internetseite des Verbunds.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

