Einsatztrainingszentrum für den Zoll und Gewerbeflächen auf ehemaligem Flugplatzgelände geplant
Die Planungen für die künftige Nutzung eines Teils des ehemaligen Airfield Griesheim gehen in die nächste Phase. Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am 19. August 2026 die Offenlage des Bebauungsplans W 67 sowie der 18. Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Voraussetzung für die nächsten Schritte ist noch die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung.
Das Plangebiet liegt im Westen Darmstadts unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Griesheim. Im nördlichen Bereich sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein neues Einsatztrainingszentrum der Generalzolldirektion (ETZ) geschaffen werden. Für den südlichen Teil ist ein Gewerbegebiet vorgesehen.
Da der Geltungsbereich der Planung geringfügig angepasst wurde, hat der Magistrat zugleich eine Änderung der jeweiligen Aufstellungsbeschlüsse für den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen.
Bürger und Behörden können Stellung nehmen
Stimmt die Stadtverordnetenversammlung den Vorlagen zu, folgt die öffentliche Auslegung. Während dieses Verfahrens können Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden Stellungnahmen zu den Planungen abgeben.
„Die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung vorausgesetzt, geben wir den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Behörden mit dem Offenlagebeschluss die Möglichkeit, sich an dieser Planung zu beteiligen“, erklärt Planungsdezernent Paul Georg Wandrey.
Mit der Planung solle zum einen das Vorhaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ermöglicht werden, das nach Angaben der Stadt eine kritische Infrastruktur darstellt. Zum anderen sollen zusätzliche Gewerbeflächen erschlossen werden.
Vorgaben für Klimaschutz und Begrünung
Ein besonderes Augenmerk legt die Stadt nach eigenen Angaben auf Nachhaltigkeit und die bestehenden Klimaschutzvorgaben für Neubauten. „Auf diesem Aspekt lag für uns bei der Aufstellung des Bebauungsplans ein Hauptaugenmerk, um die Vorgaben zur Nachhaltigkeit sicherzustellen“, so Wandrey.
Der Bebauungsplan sieht unter anderem die Nutzung erneuerbarer Energien vor. Auf mindestens 60 Prozent der Dachflächen sowie über offenen Stellplatzanlagen soll Solarenergie genutzt werden. Hinzu kommen Vorgaben zur Dach- und Fassadenbegrünung sowie zur Begrünung der Grundstücksfreiflächen. Auch das Niederschlagswasser soll auf den jeweiligen Grundstücken bewirtschaftet werden.
Vom Flugplatz zum neuen Gewerbestandort
Das Airfield Griesheim ist auch als ehemaliger August-Euler-Flugplatz bekannt. Der Flugpionier August Euler gründete dort 1908 den ersten deutschen Flugplatz und die erste deutsche Flugzeugfabrik. Zwischen 1945 und 1992 wurde das Gelände als „Darmstadt Army Airfield“ beziehungsweise „Griesheim (Army) Airfield“ bezeichnet.
Seit 2005 dürfen insbesondere Start- und Landebahn nur noch für Lehr- und Forschungszwecke genutzt werden. Nachdem die bisherige Nutzung als Flugplatz aufgegeben wurde, plant der Bund über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nun eine teilweise Umnutzung des Areals.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

