Stadt übernimmt Lagerkosten nach mehr als 20 Jahren und bringt Original zunächst ins Kunstdepot
Nach mehr als zwei Jahrzehnten in einer Arheilger Steinbildhauerwerkstatt zeichnet sich eine Lösung für die historische Germania-Statue aus Eberstadt ab. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt übernimmt die entstandenen Lagerkosten und will die restaurierte Gipsplastik zunächst in ihr Kunstdepot bringen. Bis 2027 soll sie voraussichtlich einen neuen Standort im Eberstädter Rathaus erhalten.
Die rund 1,60 Meter hohe Germania erinnert seit 1899 in Eberstadt an die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Aufgrund von Witterungsschäden hatte die Stadt 2003 die Restaurierung der damals bereits mehr als 120 Jahre alten Gipsplastik bei Steinbildhauermeisterin Ruth Andres und ihrem Kollegen Andreas Heimbrock in Auftrag gegeben.
Gleichzeitig wurde eine Bronzekopie angefertigt. Sie steht heute an der Heidelberger Landstraße an der Ecke zur Seeheimer Straße. Das restaurierte Original sollte anschließend im Eberstädter Rathaus aufgestellt werden – dazu kam es allerdings nicht.
Original blieb 23 Jahre in der Werkstatt
Die Statue wurde nach Abschluss der Arbeiten nicht abgeholt und blieb abgedeckt und trocken gelagert in der Arheilger Werkstatt von Ruth Andres. Erst bei internen Recherchen stieß die Stadt erneut auf den Verbleib der Figur. Andres stellte daraufhin die Lagerkosten für 23 Jahre in Rechnung und bat um eine geregelte Abholung.
Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz hat nun mit Andres eine Lösung vereinbart. Die Stadt übernimmt die Lagerkosten für 276 Monate. Bei acht Euro pro Quadratmeter und Monat ergibt sich ein Gesamtbetrag von 2.627,52 Euro. Die Zahlung erfolgt nach Angaben der Stadt ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.
Hanno Benz will Statue in Werkstatt besichtigen
Für Anfang der kommenden Woche hat Benz zudem einen Besuch in der Werkstatt in Arheilgen vereinbart. Dort will er sich selbst ein Bild von der Germania-Statue machen.
Nach der Abholung soll das historische Original zunächst im Kunstdepot der Wissenschaftsstadt Darmstadt untergebracht werden. Als dauerhafter Standort ist erneut das Eberstädter Rathaus vorgesehen. Die Aufstellung soll voraussichtlich bis 2027 erfolgen.
„Wir danken Ruth Andres und Andreas Heimbrock, dass sie die Statue all die Jahre so sorgfältig behütet haben. Manchmal dauern die Dinge etwas länger“, kommentiert Benz die ungewöhnlich lange Geschichte mit einem Augenzwinkern.
(DARMSTADT – RED/PSD/ho)

