Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen prüfen Museum und Grube – erste Verbesserungen sind bereits umgesetzt
Das Welterbe Grube Messel will die Barrierefreiheit in Museum und Grube verbessern. Gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden bei zwei Begehungen bestehende Hindernisse erfasst. Beteiligt waren mehr als ein Dutzend Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Erste Maßnahmen wurden nach Angaben der Welterbe Grube Messel bereits umgesetzt.
Die Initiative für die Zusammenarbeit ging vom kommunalen Behindertenbeauftragten des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Dr. Zeljko Crncic, aus. Gemeinsam mit der Welterbe Grube Messel gGmbH soll untersucht werden, welche Veränderungen Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen den Besuch erleichtern können.
Betroffene untersuchen Museum und Grube
An den beiden Begehungen beteiligten sich unter anderem Menschen im Rollstuhl, blinde und sehbehinderte sowie gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen aus dem Autismus-Spektrum.
Dabei wurden unterschiedliche Barrieren festgestellt. Genannt wurden beispielsweise fehlende Blindenleitsysteme und Rampen. Lange Schildertexte können für manche Besucherinnen und Besucher schwer zugänglich sein; als mögliche Alternativen wurden klarer strukturierte Texte und Piktogramme vorgeschlagen.
Für schwerhörige Menschen kann nach Einschätzung der Beteiligten die Kombination aus Hintergrundmusik und hallenden Räumen das Verstehen erschweren. Als weitere mögliche Verbesserungen wurden erklärende Führungen und Audioguides für blinde Menschen sowie technische Lösungen für Hörgeschädigte diskutiert.
„Schon kleinere Veränderungen können einen großen Unterschied bewirken, damit die Ausstellung und die Grube für Menschen mit Behinderungen nutzbar wird“, sagt Crncic.
Erste Maßnahmen bereits umgesetzt
Aus den Begehungen entstand gemeinsam mit Geschäftsführer Philipe Havlik und Mara Repp, die bei der Grube Messel für die Organisation und Umsetzung der Inklusionsvorhaben zuständig ist, ein Maßnahmenprotokoll. Darin wird zwischen kurzfristig umsetzbaren sowie mittel- und langfristigen Veränderungen unterschieden.
Einige Punkte wurden bereits angegangen. So sind Schilder versetzt und der Notalarm auf der barrierefreien Toilette besser zugänglich gemacht worden. Außerdem wurden Wege in der Grube ausgebessert, um die Nutzung mit einem Rollstuhl zu erleichtern.
Aufwendigere bauliche Veränderungen wie Leitsysteme sollen langfristig geprüft werden. Wie schnell diese umgesetzt werden können, hängt nach Angaben von Geschäftsführer Havlik auch von den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.
Mehr als 40.000 Besucher im vergangenen Jahr
Die Grube Messel möchte die bei den Begehungen gewonnenen Hinweise schrittweise in ihre weitere Planung einbeziehen. Nach Angaben der Betreibergesellschaft kamen im vergangenen Jahr mehr als 40.000 Besucherinnen und Besucher zum Welterbe.
Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis soll dazu beitragen, Museum und Grube für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen besser zugänglich zu machen.
(RED/PM)


