In Riedstadt ging es um Wirtschaftlichkeit und Bürgerbeteiligung
Welche Rolle spielt Windenergie bei der Energiewende und wie können sich Bürgerinnen und Bürger finanziell an entsprechenden Projekten beteiligen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 30. Werkstattgespräch der Büchnerstadt Riedstadt am Dienstag, 6. Oktober 2026, im Rathaus Goddelau. Mehr als 20 Interessierte nahmen an der Veranstaltung unter dem Titel „Windkraft profitabel“ teil.
Im Mittelpunkt standen die Wirtschaftlichkeit moderner Windkraftanlagen, ihre Bedeutung für die regionale Energieversorgung und die Möglichkeiten, über eine Energiegenossenschaft in Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien zu investieren.
Windkraft ergänzt Photovoltaik im Winter
Benjamin Krick, Sanierungsmanager der Stadt Riedstadt, eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die historische Entwicklung und die Wirtschaftlichkeit der Windenergie.
Dabei erläuterte er insbesondere das Zusammenspiel unterschiedlicher erneuerbarer Energiequellen im Jahresverlauf. „Windkraft ist insbesondere im Winter wichtig, weil die Photovoltaik dann nur wenig Strom produziert“, erklärte Krick.
Moderne Windkraftanlagen an Land gehören nach seinen Angaben zu den Technologien mit den geringsten Stromgestehungskosten. Sie könnten deshalb einen wichtigen Beitrag zu einer regionalen und unabhängigen Energieversorgung leisten.
Energiegenossenschaft stellt Beteiligungsmodelle vor
Im zweiten Teil des Werkstattgesprächs stellte Dr. Thomas Otterbein, Vorstandsvorsitzender der BürgerEnergieRheinMain eG (BERMeG), die Arbeit der Energiegenossenschaft vor.
Die Genossenschaft investiert in regionale Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energien. Dazu gehören Photovoltaikanlagen, das WärmeQuartier Mörfelden sowie aktuell der Bürgerwindpark Minden.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 ist die BERMeG nach Angaben Otterbeins von 32 auf mehr als 300 Mitglieder gewachsen. Inzwischen verwaltet die Genossenschaft über fünf Millionen Euro an Bürgerkapital, das in nachhaltige Projekte investiert wird.
Ein großer Teil der Mittel wird über sogenannte Nachrangdarlehen bereitgestellt. Dabei handelt es sich um Darlehen, deren Rückzahlung im Insolvenzfall gegenüber anderen Forderungen nachrangig behandelt wird. Für Anlegerinnen und Anleger ist diese Form der Beteiligung deshalb mit besonderen Risiken verbunden.
Otterbein erklärte, dass die Genossenschaft die Nachrangdarlehen bisher stets zuverlässig verzinst habe.
Großes Interesse an finanzieller Beteiligung
Während der Veranstaltung nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Besonders großes Interesse bestand an den konkreten Bedingungen einer Mitgliedschaft in der Energiegenossenschaft.
Diskutiert wurden unter anderem das Zeichnen von Geschäftsanteilen, die Sicherheiten bei Nachrangdarlehen sowie deren Auszahlungsmodalitäten.
Wer sich näher über die Beteiligungsmöglichkeiten der BürgerEnergieRheinMain eG informieren möchte, findet entsprechende Informationen unter www.bermeg.de.
Die Präsentationen beider Referenten sind außerdem auf der Internetseite des Projekts Klimafreundliches Riedstadt abrufbar:
www.klimafreundliches-riedstadt.de
(RIEDSTADT – RED/PSR)
Beitragsbild: Referent Thomas Otterbein erklärt dem interessierten Publikum die BERMeG. Foto: Stadt Riedstadt


