„#Hinschauen“ ist ab 24. August im Justus-Liebig-Haus zu sehen
Mit der Ausstellung „#Hinschauen: Gemeinsam gegen patriarchale Gewalt“ rücken die Wissenschaftsstadt Darmstadt, Omas gegen Rechts Darmstadt und pro familia Darmstadt geschlechtsspezifische Gewalt und deren gesellschaftliche Ursachen in den Mittelpunkt. Die Ausstellung wird am Montag, 24. August 2026, um 18 Uhr im Justus-Liebig-Haus eröffnet und ist dort bis zum 7. September zu sehen.
Bürgermeisterin und Frauendezernentin Barbara Akdeniz eröffnet die Ausstellung. Ein weiteres Grußwort spricht Dr. Erik Sparn-Wolf, Regionalgeschäftsführer Darmstadt des Paritätischen Hessen. Anschließend führt Miriam Seel, Fachberaterin für sexualisierte Gewalt bei pro familia Darmstadt, durch die Ausstellung.
„Mit dem Projekt ‚#Hinschauen: Gemeinsam gegen patriarchale Gewalt‘ setzen die Omas gegen Rechts Darmstadt, pro familia Darmstadt und die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt“, erklärt Akdeniz. Ausstellung und Begleitprogramm sollen fachliche und zivilgesellschaftliche Perspektiven zusammenbringen und eine öffentliche Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt und ihren gesellschaftlichen Ursachen anstoßen.
Alltägliche Kleidung und Berichte von Betroffenen
Im Zentrum des Projekts steht die von Beatrix Wilmes kuratierte Wanderausstellung „Was ich anhatte“. Zu sehen sind alltägliche Kleidungsstücke, die durch anonymisierte Berichte von Betroffenen sexualisierter Gewalt ergänzt werden.
Die Ausstellung setzt sich dabei insbesondere mit der Frage „Was hattest du an?“ auseinander. Diese wird Betroffenen sexualisierter Gewalt immer wieder gestellt und kann dazu führen, dass die Verantwortung für die Tat vom Täter auf das Opfer verschoben wird. Die Ausstellung will solche gesellschaftlich verankerten Denkmuster sichtbar machen und hinterfragen.
Patriarchale Gewalt beruht nach Darstellung der Veranstalter auf ungleichen Machtverhältnissen zwischen den Geschlechtern. Zugleich könnten traditionelle Rollenbilder und Erwartungen an Männlichkeit bestehende Ungleichheiten verstärken. Das Projekt möchte dazu beitragen, solche Strukturen zu erkennen und Verantwortung klar zu benennen.
Die Ausstellung im Foyer des Justus-Liebig-Hauses, Große Bachgasse 2, kann dienstags von 9 bis 19 Uhr, mittwochs von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 19 Uhr, freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Weitere Führungen mit Miriam Seel werden am Donnerstag, 27. August, von 17 bis 18 Uhr sowie am Freitag, 4. September, von 15 bis 16 Uhr angeboten. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich. Auch Schulklassen und Gruppen ab der zehnten Klasse können die Ausstellung besuchen. Für sie ist eine Anmeldung unter schulklassen.termine@hessen.profamilia.de möglich.
Film, WenDo-Workshop und Lesung begleiten Ausstellung
Ergänzt wird „#Hinschauen“ durch mehrere Veranstaltungen. Am Sonntag, 30. August, um 14.30 Uhr wird im Rex Kino der mexikanische Dokumentarfilm „LUCHADORAS“ gezeigt. Er beschäftigt sich mit Femiziden und deren patriarchalen und strukturellen Ursachen. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen in Ciudad Juárez, die sich gegen ein vom Machismo geprägtes Frauenbild zur Wehr setzen. Anschließend diskutieren Camila López de Melo vom Bundesverband der Frauenberatungen und Frauennotrufe sowie die freie Autorin und Moderatorin Andrea Hartmann. Kinokarten kosten 9,99 Euro, ermäßigt 8,99 Euro.
Am Freitag, 4. September, um 16.30 Uhr findet im Justus-Liebig-Haus der Workshop „WenDo – Stark auftreten & Grenzen setzen“ für Mädchen und Frauen ab 16 Jahren statt. Unter Leitung der WenDo-Trainerin Doris Aubele geht es darum, eigene Grenzen wahrzunehmen und sicherer zu vertreten sowie Handlungsmöglichkeiten für schwierige und grenzüberschreitende Situationen zu entwickeln. Die Teilnahme ist kostenlos, die Zahl der Plätze jedoch begrenzt. Eine Anmeldung ist unter Telefon 06151 28 871 oder per E-Mail an info@wildwasser-darmstadt.de erforderlich.
Den Abschluss des Begleitprogramms bildet am Samstag, 5. September, um 18 Uhr eine Lesung mit Asha Hedayati im Justus-Liebig-Haus. Die Rechtsanwältin vertritt seit rund zehn Jahren von Gewalt betroffene Frauen in Trennungs-, Scheidungs- und Gewaltschutzverfahren. Sie liest aus ihrem Buch „Die stille Gewalt“ und spricht über strukturelle Herausforderungen beim Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Erfahrungen aus ihrer beruflichen Praxis. Der Eintritt ist frei.
(DARMSTADT – RED/PSD/stip)

