Experten erläutern Messdaten und Fluglärm – rund 75 Gäste bei Infoabend in Schneppenhausen
Die neue Abflugroute CINDY S am Frankfurter Flughafen war Thema einer Informationsveranstaltung im Bürgerhaus Schneppenhausen. Rund 75 Besucher kamen zu dem Abend, etwa 50 davon aus Weiterstadt. Experten informierten über Flugkorridore, Lärmmessungen und erste Erkenntnisse seit Einführung der Route.
Anlass für die Veranstaltung war ein Antrag der CDU-Fraktion in der Weiterstädter Stadtverordnetenversammlung. Nach Einführung von CINDY S im vergangenen Sommer hatte die Stadt nach eigenen Angaben zunächst zahlreiche kritische Rückmeldungen erhalten.
Experten erläutern erste Erkenntnisse
An der Veranstaltung nahmen Regine Barth, Fluglärmschutzbeauftragte des Hessischen Wirtschaftsministeriums, Christoph Brunn vom Nachbarschaftshaus, Paul-Gerhard Weiß von der Fluglärmkommission und Prof. Johann-Dietrich Wörner vom Forum Flughafen und Region teil.
Diskutiert wurden unter anderem Flugkorridore, Tiefstartverfahren, nächtliche Flugbewegungen und Lärmmessungen. Auch die Frage, ob Flugzeuge im Kurvenflug lauter sind, wurde thematisiert. Nach den bei der Veranstaltung vorgestellten Untersuchungen ließ sich bislang keine durch den Kurvenflug verursachte erhöhte Schallemission nachweisen.
Bürgermeister Niklas Gehnich verwies zugleich darauf, dass Messwerte und individuelles Lärmempfinden auseinandergehen können. „Wir müssen unterscheiden zwischen dem, was ein Mensch individuell wahrnimmt, und dem, was sich messen und fachlich nachweisen lässt“, sagte Gehnich.
Unterschiedliche Wahrnehmungen aus Gräfenhausen
Bei der Veranstaltung wurden unterschiedliche Erfahrungen mit der neuen Route deutlich. Während einige Teilnehmer weiterhin von einer Belastung berichteten, hätten mehrere Besucher aus Gräfenhausen gegenüber dem Bürgermeister angegeben, dass es nach ihrem persönlichen Empfinden seit Einführung von CINDY S leiser geworden sei.
Auch Gehnich selbst hat seine frühere Position zur Abflugroute inzwischen relativiert. Im Bürgermeisterwahlkampf hatte er noch ausdrücklich die Abschaffung von CINDY S gefordert.
„Wenn sich nach Monaten zusätzliche Erfahrungen, Messwerte und fachliche Erkenntnisse ergeben, muss ich bereit sein, meine ursprüngliche Einschätzung daran zu überprüfen“, erklärte der Bürgermeister.
Gehnich sieht keine breite Unzufriedenheit
Die Stadt hebt in ihrer Bilanz auch die Zahl der Teilnehmer hervor. Gräfenhausen und Schneppenhausen haben zusammen 8.364 Einwohner. Dem standen nach Angaben der Stadt rund 50 Besucher aus Weiterstadt gegenüber.
Gehnich leitet daraus ab, dass derzeit nicht von einer breiten Unzufriedenheit mit CINDY S vor Ort gesprochen werden könne. Gleichzeitig betonte er, dass die Sorgen der Menschen, die weiterhin eine Belastung wahrnehmen, ernst genommen werden müssten. Die weitere Entwicklung solle anhand von Messdaten und Rückmeldungen beobachtet werden.
Die geringe Beteiligung allein erlaubt allerdings keinen belastbaren Rückschluss darauf, wie die Bevölkerung insgesamt die neue Flugroute bewertet. Eine Informationsveranstaltung stellt keine repräsentative Befragung dar.
(WEITERSTADT – RED/PSW)

