Gewerbevereins-Vorsitzender Michael Luther spricht über Wirtschaft, Stadtteilentwicklung und die Partnerschaft mit Merck
Seit 1890 vertritt der Gewerbeverein Arheilgen die Interessen lokaler Unternehmen und engagiert sich für die Entwicklung des Stadtteils. Vorsitzender Michael Luther spricht über Chancen, Herausforderungen und die Bedeutung starker Partnerschaften.
Der Gewerbeverein Arheilgen gehört zu den traditionsreichsten Wirtschaftsvereinigungen in Darmstadt. Seit seiner Gründung im Jahr 1890 setzt er sich für die Interessen der örtlichen Unternehmen ein und fördert gleichzeitig das gesellschaftliche Leben im Stadtteil. Mit rund 60 Mitgliedsbetrieben aus Handel, Handwerk, Dienstleistung und freien Berufen versteht sich der Verein als Netzwerk, Interessenvertretung und Impulsgeber für Arheilgen. Veranstaltungen, gemeinsame Aktionen und Projekte tragen dazu bei, die lokale Wirtschaft zu stärken und das Miteinander im Stadtteil zu fördern. Im Rahmen unserer Reihe „Lebenswertes Darmstadt“ sprach DA.news mit dem ersten Vorsitzenden Michael Luther über die Entwicklung des Standorts, aktuelle Herausforderungen für die Unternehmen und die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Merck.
Der Gewerbeverein Arheilgen bündelt die Interessen vieler lokaler Unternehmen. Welche Rolle spielt der Verein für die wirtschaftliche Entwicklung und das Miteinander im Stadtteil?
Der Gewerbeverein Arheilgen erfüllt seit seiner Gründung eine doppelte Aufgabe: Er ist wirtschaftliches Netzwerk und zugleich sozialer Motor des Stadtteils. Mit rund 60 Mitgliedsbetrieben aus unterschiedlichsten Branchen stärkt er die Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Unternehmen. Durch gemeinsame Aktionen, Veranstaltungen und Netzwerke profitieren Handel, Handwerk, Dienstleister und freie Berufe voneinander.
Ein wichtiges Ziel ist dabei, Kaufkraft im Stadtteil zu halten und die Menschen für die Angebote vor Ort zu sensibilisieren. Projekte wie das „Arheilger Goldstück“, ein lokaler Einkaufsgutschein, fördern gezielt den regionalen Wirtschaftskreislauf.
Darüber hinaus versteht sich der Verein als Vermittler zwischen Wirtschaft, Bürgerschaft, Politik und Verwaltung. Neben wirtschaftlichen Themen engagiert er sich seit vielen Jahren für das gesellschaftliche Leben in Arheilgen. Veranstaltungen wie Gewerbeschauen, Weihnachtsmärkte, Flohmärkte oder der traditionelle Grenzgang schaffen Begegnungen und stärken die Identifikation mit dem Stadtteil.
Wie hat sich die Gewerbestruktur in Arheilgen in den vergangenen Jahren verändert – und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für den Standort?
Arheilgen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Während früher Industrie, Landwirtschaft und verkehrsnahe Betriebe das Bild prägten, dominieren heute stärker Dienstleistungen, Handel, Gesundheitsangebote sowie wohnortnahe Versorgung.
Die Entwicklung des Ortskerns, neue Wohngebiete und eine wachsende Bevölkerung haben die Nachfrage nach lokalen Angeboten erhöht. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von der guten Lage zwischen Darmstadt, Frankfurt und Weiterstadt sowie von der hervorragenden Straßenbahn- und Bahnanbindung.
Dem stehen jedoch Herausforderungen gegenüber. Der Wettbewerb durch den Onlinehandel nimmt zu, Gewerbeflächen werden knapper und teurer, und viele Betriebe kämpfen mit Fachkräftemangel sowie steigenden Kosten. Die große Aufgabe besteht darin, Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig die Vielfalt und Eigenständigkeit des Ortskerns zu bewahren.
Was macht den Standort Arheilgen aus Ihrer Sicht für Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden besonders attraktiv?
Arheilgen verbindet wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität. Unternehmen profitieren von der hervorragenden Verkehrsanbindung sowie von der Nähe zu Wissenschaft, Forschung und großen Arbeitgebern in Darmstadt und der Region.
Gleichzeitig hat sich der Stadtteil trotz seines Wachstums seinen eigenen Charakter bewahrt. Die Mischung aus gewachsenen Nachbarschaften, guter Infrastruktur, kurzen Wegen und einem lebendigen Ortskern macht Arheilgen für viele Menschen attraktiv. Diese Verbindung aus wirtschaftlicher Dynamik und lokaler Identität ist eine besondere Stärke des Standorts.
Welche Themen beschäftigen die Mitgliedsbetriebe aktuell am meisten?
An erster Stelle steht weiterhin der Fachkräftemangel. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden und langfristig zu binden. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung nahezu alle Branchen. Digitale Prozesse, Automatisierung und zunehmend auch Künstliche Intelligenz werden immer wichtiger, stellen insbesondere kleinere Betriebe jedoch vor finanzielle und organisatorische Herausforderungen.
Hinzu kommen steigende Kosten für Energie, Personal, Materialien und Finanzierung. Auch Bürokratie, Nachhaltigkeitsanforderungen und die Frage, wie sich Geschäftsmodelle zukunftsfähig aufstellen lassen, beschäftigen die Unternehmen. Viele Betriebe müssen derzeit mehrere große Transformationsprozesse gleichzeitig bewältigen.
Der Gewerbeverein wird unter anderem von Merck unterstützt. Welche Bedeutung hat dieses Engagement für die Arbeit des Vereins und für Projekte im Stadtteil?
Merck ist für den Gewerbeverein weit mehr als ein Sponsor. Das Unternehmen ist ein wichtiger Kooperationspartner und Hauptsponsor. Die Unterstützung ermöglicht zahlreiche Projekte, Veranstaltungen und Initiativen, die ohne starke Partner nur schwer realisierbar wären.
Gleichzeitig sendet das Engagement eines international erfolgreichen Unternehmens ein wichtiges Signal für den Standort. Es zeigt, dass auch große Arbeitgeber ein Interesse an lebendigen Stadtteilen und einer starken lokalen Wirtschaft haben. Von dieser Zusammenarbeit profitieren nicht nur die Mitgliedsbetriebe, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Darüber hinaus entstehen durch die Kooperation wertvolle Netzwerke und Austauschmöglichkeiten, beispielsweise in den Bereichen Nachwuchsförderung, Fachkräftesicherung und Innovation.
Inwiefern geht die Zusammenarbeit mit Merck über eine klassische Unterstützung hinaus?
Die Zusammenarbeit hat aus unserer Sicht den Charakter einer echten lokalen Partnerschaft. Merck ist seit Generationen eng mit Darmstadt verbunden und übernimmt Verantwortung für das Umfeld, in dem viele Mitarbeitende leben und arbeiten.
Durch solche Partnerschaften entstehen Verbindungen zwischen Wirtschaft, Vereinen und Stadtgesellschaft. Der Gewerbeverein fungiert dabei als Plattform, auf der gemeinsame Interessen gebündelt und in konkrete Projekte umgesetzt werden können.
Letztlich profitieren beide Seiten davon: Der Stadtteil gewinnt an Stabilität, Attraktivität und Lebensqualität, während Unternehmen von einem funktionierenden lokalen Umfeld und einer starken regionalen Verankerung profitieren. Genau darin liegt der besondere Wert solcher Kooperationen.
Lebenswertes Darmstadt
powered by MerckVereine sind das Herzstück einer Gemeinschaft. Sie fördern soziale Integration und bringen Menschen zusammen. Sie bereichern das lokale Leben durch kulturelle und sportliche Aktivitäten, bieten Bildungsangebote und engagieren sich in sozialen Projekten. Kurzum: Sie machen eine Stadt wie Darmstadt lebenswert.
Doch das kostet Geld. Mitgliedsbeiträge reichen da nicht immer aus. In dieser Reihe stellen wir ausgewählte Darmstädter Vereine vor, die durch die Unterstützung von Merck gefördert werden – sei es im Sport, in der Kultur, im Gemeinwohl oder in der naturwissenschaftlichen Bildung.
Jeder dieser Vereine hat eine einzigartige Geschichte und trägt auf seine Weise zur Stärkung der Gemeinschaft bei. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt, was ihren Verein ausmacht und wie die Partnerschaft mit Merck nicht nur finanzielle Unterstützung bietet, sondern auch Wachstum und Entwicklung schafft.
Erfahren Sie mehr darüber, wie vielfältig die Darmstädter Vereinslandschaft ist und wie Merck und seine Partner gemeinsam mehr schaffen – für eine lebenswerte Region.
