Rund 30 Touristiker aus Südhessen entdecken Schloss Dornberg, Kühkopf und Gernsheim – Ziel ist eine bessere Beratung von Gästen
Welche Ausflugsziele bietet der Kreis Groß-Gerau? Wo gibt es interessante Führungen, besondere Sehenswürdigkeiten oder Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten? Antworten auf diese Fragen erhielten rund 30 Beschäftigte aus der Tourismusbranche bei einer Fortbildungstour der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar.
Die diesjährige Herbsttour führte unter dem Motto „Vom Schloss zum Hafen“ durch den Kreis Groß-Gerau. Organisiert wurde sie gemeinsam von der IHK Darmstadt und der Kreisverwaltung. Die Teilnehmer kamen aus dem Odenwald, von der Bergstraße, aus dem Raum Darmstadt und aus dem Kreis Groß-Gerau.
Touristische Angebote aus erster Hand kennenlernen
Mit ihren regelmäßigen Fortbildungstouren möchte die IHK Darmstadt Menschen unterstützen, die beruflich mit Gästen zu tun haben. Angesprochen werden insbesondere Beschäftigte in Hotels, Gastronomiebetrieben und Touristinformationen sowie Vermieter von Ferienwohnungen.
Sie werden häufig nach Ausflugsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gefragt. Die Fortbildungstouren sollen ihnen deshalb praktische Informationen über touristische Angebote, Führungen, Gastronomie und die örtliche Infrastruktur vermitteln.
Bei der jüngsten Tour stand der Kreis Groß-Gerau mit seiner Mischung aus historischen Gebäuden, Naturerlebnissen und kulturellen Einrichtungen im Mittelpunkt.
Auftakt im Schloss Dornberg
Erste Station war das Schloss Dornberg in Groß-Gerau. Dort begrüßte Dr. Stefan Hebenstreit, Leiter der Kreisvolkshochschule (KVHS), die Teilnehmer und gab einen Einblick in die Geschichte des Gebäudes.
Er stellte außerdem verschiedene Freizeitmöglichkeiten im Kreisgebiet vor. Besonders die flache Landschaft der Rheinebene bietet gute Voraussetzungen für Fahrradtouren.
Auch die Bildungs- und Veranstaltungsangebote der Kreisvolkshochschule, die ihren Sitz im Schloss Dornberg hat, waren Thema der Führung.
Anschließend zeigte Bettina Krauß, Fachbereichsleiterin für Politik, Gesellschaft, Umwelt und Ehrenamt der KVHS, den Escape-Room im ehemaligen Forsthaus.
Die Räumlichkeiten können unter anderem für kleinere Feiern und Teambuilding-Veranstaltungen genutzt werden.
Natur und Geschichte auf dem Kühkopf
Von Groß-Gerau führte die Tour weiter zum Kühkopf bei Stockstadt am Rhein. Dort empfingen Susanne Brendle vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, Ralph Baumgärtel von HessenForst und Jörg Hartung, Leiter des Stockstädter Museums im ehemaligen Verwaltergebäude des Hofguts Guntershausen, die Gruppe.
Susanne Brendle stellte zunächst den Geo-Naturpark und seine Angebote vor. Der Kühkopf mit seinem Umweltbildungszentrum bildet das westliche Eingangstor zum UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
Anschließend erhielten die Teilnehmer bei zwei Führungen Einblicke in die Ausstellungen des Umweltbildungszentrums Schatzinsel Kühkopf und des Museums.
Dabei ging es unter anderem um das Leben am Rhein, die Auswirkungen von Hoch- und Niedrigwasser, die Entwicklung der Auenlandschaft und den Einfluss des Menschen auf die Natur.
Auch die Geschichte des Kühkopfs und des Hofguts Guntershausen wurde beleuchtet. Zu den Themen gehörten außerdem historische Ereignisse wie eine Zeppelin-Notlandung sowie wechselnde Sonderausstellungen.
Für einige Teilnehmer war neu, dass der Kühkopf neben seinen Natur- und Bildungsangeboten auch Möglichkeiten für Hochzeiten und gastronomische Besuche bietet.
Abschluss am Gernsheimer Hafen
Nach einer Mittagspause im Gernsheimer Fährhaus am Hafen führte die letzte Etappe zum Museum der Schöfferstadt Gernsheim.
Dort vermittelte Klaus Müller vom Kunst- und Kulturhistorischen Verein einen Einblick in die Geschichte der Stadt am Rhein und die verschiedenen Abteilungen des Museums.
Zum Zeitpunkt des Besuchs war dort außerdem eine Wanderausstellung über den Widerstandskämpfer Georg Elser zu sehen. Elser hatte im November 1939 ein Attentat auf Adolf Hitler verübt, das jedoch scheiterte.
Die Ausstellung ergänzte die historischen Themen des Museums um einen Einblick in den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Neue Anregungen für die Gästebetreuung
Die Teilnehmer zogen nach Angaben der Organisatoren eine positive Bilanz der mehrstündigen Fortbildungstour.
Sie konnten verschiedene Ausflugsziele im Kreis Groß-Gerau kennenlernen und Informationen sammeln, die sie künftig bei der Beratung ihrer Gäste weitergeben können.
Die Tour verdeutlichte zugleich, wie vielfältig die touristischen Möglichkeiten im Kreisgebiet sind – von historischen Bauwerken über Naturerlebnisse bis hin zu Museen und Freizeitangeboten.
(KREIS GROSS-GERAU – RED/PSKGG)
Beitragsbild: Erinnerungsfoto auf dem Kühkopf: Die Teilnehmenden der IHK-Fortbildungstour am Hofgut Guntershausen.
Foto: Kreisverwaltung Groß-Gerau


